[Karneval der Rollenspielblogs] Ein Regelgerüst für eine Rebellion

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karneval_rebellionNach der ersten Lawine von Königsmacher-Beiträgen mal wieder ein Post zu einem anderen Thema, der aber zum Karneval der Rollenspielblogs passt. Nebenbei bereite ich nämlich auch noch die vierte Staffel unserer D&D-Kampagne „Das Buch von Al’Barak“ vor, und darin werden die SC (mehr oder weniger unfreiwillig) quasi zu Anführern einer Rebellion erklärt.

Kurz zum Hintergrund: Die Charaktere befanden sich zum Ende der dritten Staffel in einer Stadt, die von einer Armee geklonter elfischer Kampfmagier belagert wurde. Allerdings wird diese Belagerung nicht lange währen und die feindliche Armee besetzt kurzerhand die Stadt. Da die SC die Helden der Kampagne sind, liegt es natürlich an ihnen (und nicht an den wichtigen NSC der Stadt), den Widerstand zu organisieren, um so die feindliche Herrschaft zu brechen und die Besatzer aus der Stadt zu treiben.

Natürlich werden es sechs Charaktere der Stufen 7-11 nicht alleine schaffen, gegen eine Übermacht von 250+ Elfen im Kampf zu bestehen – vielmehr müssen sie innerhalb der Stadt Allianzen schließen, um so an Kämpfer, Heiler, Ressourcen oder ähnliches zu gelangen und ihre Chancen gegen die Elfen zu erhöhen. Aber wann sind sie stark genug, die Herrschaft der Feinde zu brechen?

Daher bereite ich zurzeit ein Regelgerüst vor, um genau diese Frage zu klären. Ich habe mich absichtlich gegen ein Massenkampfsystem entschieden, in dem einfach nur die Werte der „Allianz“-Truppen den Werten der Besatzer entgegengestellt werden. Hier ist mir der Einfluss, den die Aktionen der SC auf den Ausgang eines Kampfes haben, einfach zu gering. Komplett ausgearbeitet sind die Regeln noch nicht (daher „Regelgerüst“) – trotzdem schreibe ich hier mal eine „Arbeitsversion“ auf, auch um mögliches Feedback zu bekommen.

Grundlage meiner Überlegungen ist ein Punktesystem, das abstrakt die Kampfkraft, Ressourcen und Moral der beiden Parteien abbildet. So startet die Seite der SC nach aktuellen Überlegungen mit 12 „Allianzpunkten“ (die ich anhand einer einfachen Formel aus den Stufen der SC sowie zwei mächtigen Artefakten berechnet habe), während die Gegner mit (eher willkürlich festgelegten) 50 „Besatzerpunkten“ starten. Die SC können mit ihrer Rebellion erst dann Erfolg haben, wenn ihre Allianzpunkte höher sind als die Besatzerpunkte des Feindes – erst dann verfügen sie über genügend Kampfkraft und Ressourcen, um die Elfen aus der Stadt zu treiben.

Dies können sie – logischerweise – auf zwei Arten erreichen:

Zum einen können sie versuchen, die Besatzerpunkte des Gegners zu reduzieren, indem sie zum Beispiel seinen Nachschub abschneiden, ihn sabotieren, infiltrieren, Falschinformationen streuen oder wichtige Offiziere bzw. größere Trupps ausschalten.

Zum anderen können sie zusätzliche Allianzpunkte verdienen, indem sie versuchen, die verschiedenen Fraktionen innerhalb der Stadt auf ihre Seite zu bringen. Dies wird der interessantere Teil werden, da hierzu einiges an diplomatischem Fingerspitzengefühl notwendig sein wird. Um eine Fraktion in die Allianz zu holen, muss man eine bestimmte Anzahl an „Treuepunkten“ bei dieser Fraktion erspielen, was bei einigen Gruppen (zum Beispiel dem Paladin-Orden) einfacher, bei anderen (zum Beispiel dem Handels-Kartell) schwieriger ist. Treuepunkte kann man in Verhandlungen gewinnen oder indem man Aufgaben für die Fraktion erledigt, ihre Wünsche erfüllt oder die Erfüllung dieser Wünsche für die Zeit nach Beendigung der Besatzung verspricht. Die Fraktion tritt der Allianz bei, wenn ihre Treuepunkte einen bestimmten Schwellwert überschreiten.

Allerdings möchte ich es meinen Spielern auch nicht zu einfach machen, daher gibt es ein filigranes Netzwerk aus Sympathien und Antipathien zwischen den einzelnen Fraktionen:

  • Hat man eine Fraktion A bereits in der Allianz und schafft es, eine Fraktion B hinzuzuholen, zu der A eine positive Einstellung hat, gibt dies zusätzliche Treuepunkte für Fraktion A.
  • Holt man anders herum eine Fraktion C hinzu, zu der B eine negative Einstellung hat, sinken die Treuepunkte der Fraktion B – fallen sie dabei unter die Schwelle, besteht die Gefahr, dass die Fraktion wieder aus der Allianz austritt, wenn man nicht verdammt gutes Verhandlungsgeschick beweist.
  • Dies kann theoretisch auch einen Domino-Effekt auslösen: wenn Fraktion B aus der Allianz austritt, sinken vielleicht auch die Treuepunkte der Fraktion A wieder unter den Schwellwert, und auch A droht mit einem Austritt.
  • Es gibt sogar eine opportunistische Fraktion, die ihr Fähnchen nach dem Wind dreht und für den Feind arbeitet (und ihm somit Besatzerpunkte gibt), sollten die Charaktere sie nicht auf ihre Seite ziehen.

So können sich zum Beispiel die Diebesgilde und das Händler-Kartell nicht ab oder die Adelsfamilien sind sich untereinander teilweise nicht grün. Hinzu kommt die Möglichkeit, gemäß einer „Der Zweck heiligt die Mittel“-Mentalität böse Fraktionen wie Untote, Dämonen, Elementargeister oder einen Assassinen in die Allianz zu holen, was noch für zusätzlichen Zündstoff sorgen könnte.

Ob dieses Regelgerüst hält oder irgendwann in sich zusammenbricht, wird wohl erst der Spieltest zeigen – das wird aber erst 2017 der Falls sein …