D&D5 – Lost mine of Phandelver und der 3/4-(T)PK

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Wir haben am Starter-Box-Abenteuer Lost mine of Phandelver weitergespielt und im Cragmaw Hideout kam es fast zu einem TPK. Aber der Reihe nach – Vorsicht Spoiler!

Beim letzten Mal war unsere Heldengruppe ja den Spuren der Goblins bis zu ihrem Unterschlupf gefolgt und hatte auch schon die beiden Wachposten draußen besiegt. Nun tastete man sich vorsichtig in die Höhle vor. Da man sehr schnell feststellte, dass die beiden Wölfe ihren Bau aufgrund der Ketten nicht verlassen konnten, ließ man sie kurzerhand rechts liegen und stieg weiter den Hauptgang empor. Natürlich musste man Lichtquellen benutzen, also konnte der wachhabende Goblin Alarm auslösen, ohne dass er gesehen wurde. Augenblicke später dröhnte die erste Flutwelle herunter und spülte zwei der Abenteurer nach draußen – die Magierin konnte sich in einen Seitengang retten, der Zwerg trotze der Flutwelle wie der berühmte Fels in der Brandung.

Beim zweiten Anlauf konnten die SC zwar den Goblin auf der Brücke sehen, aber nicht schnell genug ausschalten – wieder wurde Alarm geschlagen und die zweite Flutwelle spülte nun bis auf den Kämpfer die restliche Party nach draußen. Schon reichlich angeschlagen (die short rest und alle Heilsprüche waren bereits aufgebraucht) wagten die Helden einen dritten Versuch. Sie gelangten auch tatsächlich bis in den obersten Raum mit den Wasserbecken, und wurden dort sofort von drei Goblins in ein Gefecht verwickelt, während der vierte unbehelligt in den Nachbarraum floh, um den Grottenschrat zu warnen.

Die Goblins waren kein Problem für unsere Truppe, also wagte sich der Halblingsschurke in den Nebenraum, wo er sofort die Kisten sah und Beute roch. Aufgrund einiger sehr guter Stealth-Würfe auf meiner und einem ziemlich miesen Perception-Wurf des Halblings auf der anderen Seite erkannte dieser leiden den Hinterhalt erst, als drei Goblins hinter den Kisten hervortraten und ihn angriffen. Gegen diese Übermacht hatte er keine Chance und lag – zum zweiten Mal – bewusstlos am Boden. Schnell rückte der Kämpfer auf, um dem Schurken zur Seite zu stehen, musste es aber erst einmal mit dem ebenfalls ungesehen aus der Deckung springenden Grottenschrat und seinem Wolf aufnehmen

Sofort stürzte sich die Mannschaft geschlossen auf den Bossgegner, der schon eine Runde später das Zeitliche segnete; sofort darauf fiel der Wolf. Nun war der Weg für den Priester frei, zum gefallenen Halbling zu eilen und diesen mittels Medicine wenigstens zu stabilisieren. Sah der Kampf am Anfang noch gefährlich aus, dachte ich jetzt eigentlich, die verbleibenden drei SC hätten mit den drei Goblins leichtes Spiel. Weit gefehlt …

Zuerst fiel der Kämpfer, nachdem er in einer Runde zwei Treffer, davon einen kritischen, einstecken musste. Dann fiel die Magierin, die sich mit ihrem Kurzschwert in den Nahkampf getraut hatte. Damit lagen alle SC bewusstlos am Boden, ausgerechnet der als NSC mitgeführte Zwergenpriester stand noch auf den Beinen, welcher dann kurzerhand von der Spielerin der Magierin übernommen wurde. Tapfer stand der Zwerg mit seinen verbliebenen 2 TP einem einzelnen Goblin mit 3 TP gegenüber, den ich – ziemlich tumb – einfach nur auf den Priester einhacken ließ. Leider machte der Zwerg das Gleiche, ohne taktische Raffinesse, so dass sich ein reines Würfelduell entlud – wer den ersten Treffer landete, hatte gewonnen …

Gut, es steht schon in der Überschrift, dass es nur ein Beinahe-TPK war – der Zwerg hat gewonnen und die Gruppe gerettet. Die Magierin konnte sich durch drei geschaffte Death Saves sehr schnell selbst stabilisieren, beim Kämpfer war’s bis zum letzten Wurf spannend, den er leider vergeigte. Während ich in der letzten Sitzung die Mechanik der Death Saves noch ganz gut fand, hatte es diesmal eher so etwas Hilfloses an sich – dem Spieler stirbt sein Charakter unter den Fingern weg und kann nichts machen, außer würfeln. Aber wahrscheinlich war dieser Eindruck nur der Situation geschuldet, denn in alten Editionen konnte der Spieler auch nichts machen, außer den obligatorischen einen Schadenspunkt einzustecken.

Und es zeigt sich mal wieder, warum ich so ungern Charaktere sterben lasse – ich kann keine Sterbeszenen leiten. Der Tod des Kämpfers war mal wieder ziemlich belanglos, eine reine regelmechanische Abhandlung, ohne Abbild in der Spielwelt. Hier muss ich noch ein wenig dran arbeiten … Lag aber auch wahrscheinlich daran, dass der Gute sein Leben fünf Runden nach dem tödlichen Angriff einfach still und leise ausgehaucht hat, während der Zwerg noch mit dem letzten Goblin „Du oder ich“ spielte.

Nach dem verfrühten Beinahe-Aus sind die Überlebenden aus den Höhlen geflohen, haben sich während einer long rest regeneriert und sind am nächsten Morgen frisch gestärkt wieder rein. Die Wölfe waren plötzlich nicht mehr da, aber sonst war alles noch an seinem Platz. Dieses Mal ging die Gruppe komplett im Dunkeln vor – der Halbling wurde von den beiden anderen geführt, die Dunkelsicht hatte – und so konnte man sich unbemerkt der Wohnhöhle nähern. Die dort lebenden Goblins hatten die beiden Wölfe zu sich geholt, aber einer der beiden konnte vom Halbling mittels einer Sneak Attack und der andere durch ein Magic Missile der Magierin ausgeschaltet werden. Es folgten ein kurzes Gemetzel und ein Schlafzauber, und der Anführer stand alleine auf weiter Flur. Zwar wollte er noch verhandeln und drohte, den guten Hallwinter von der Brüstung zu stoßen, aber die SC gingen nicht auf ihn ein und machten kurzen Prozess. Der Kämpfer konnte befreit werden, gab seine Informationen und Beobachtungen an die Charaktere weiter, und man brach zusammen nach Phandalin auf.

Alles in allem eine eher durchwachsene Runde. Die Regeln sitzen noch nicht so fest, daher scheinen Kämpfe momentan etwas eintönig und unberechenbar zu sein. Mal sehen ob sich das legt, schließlich sind die SC jetzt Stufe 2. Schon Wahnsinn, wie die Aufstiegsgeschwindigkeit angezogen wurde – in den alten Versionen wären die Charaktere am Ende des ganzen Abenteuers vielleicht in die 2. Stufe geklettert, wenn sie Glück gehabt hätten, aber nicht nach ein paar Kämpfen mit einer Handvoll Goblins. Ob mir das so gefällt, weiß ich noch nicht.

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