[Königsmacher] SL-Kommentare zu Teil 2 Monat 01/4712

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Neues Jahr, neues Glück – im Mittelpunkt des Abadius‘ (des „Januars“) des Jahres 4712 standen noch einmal die Bemühungen, die Staatskasse des Reiches soweit zu stärken, dass die zukünftigen Ausgaben keine Probleme mehr darstellen. Einen Teil der folgenden Ereignisse findet man wie immer auch auf Carock’s Logbuch, nämlich in der zweiten Hälfte von Strykes Spielbericht „Er(n)ste Probleme“.

Wie immer begann der Monat mit einer Sitzung des Rates, in der beschlossen wurde …

  • dem Masterplan des Kämmerers weiter zu folgen, der den Bau eines Schreins zu Ehren Abadars vorsah, um die Vertragsbedingungen mit der Kirche Abadars zu erfüllen,
  • das Hexfeld mit der Goldmine für das Reich zu annektieren, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber dem unverschämten Angrosch Silberschlag zu haben,
  • die Freiwilligen, die sich für die Bewachung von Olegs Handelsposten gefunden haben, erst einmal aus eigener Tasche zu finanzieren.

Ein paar Tage später trafen sich die Regenten des Reiches noch einmal mit zwei potentiellen Kredit- bzw. Geldgebern, die das Reich aus der finanziellen Misere helfen wollten (siehe [Königsmacher] SL-Kommentare zu Teil 2 Monat 01/4712).

Zuerst wurde dem angeblichen Mondelfen Lle’fándor Mondschein, der dem Reich 1.000 GM leihen wollte, ein monatlicher Zins in Höhe von 10 GM angeboten. Er fand das Angebot „interessant und angemessen“ und kündigte an, jeden Monatsletzten nach Hauerburg zu kommen, um seine Zinsen einzutreiben. So wurde man handelseinig und es wanderte ein weiterer Baupunkt in die Staatskasse (was das Defizit auf 5 BP senkte).

Die anschließend stattfindenden Verhandlungen mit Angrosch Silberschlag über die Schürfrechte an der Goldmine verliefen da schon etwas härter und langwieriger, was auch daran lag, dass Herrscherin Korva an entscheidenden Stellen ihre Würfe auf Diplomatie vergeigte. Erst der Trumpf, dass die SC wussten, wo sich die Goldmine befindet und die Drohung, diese selbst ohne die Hilfe des Clans abzubauen, entpuppte sich als wirkungsvoll, so dass man sich handelseinig wurde. Angrosch wurden die Schürfrechte für 15 Jahre zugesprochen (anstatt der geforderten 20 Jahre), während er dafür 7.500 GM auf den Tisch legen musste (anstatt der gebotenen 5.000 GM). Diese Verhandlungen auszuspielen, bis sie zu einem positiven Ergebnis kamen, war meiner Meinung nach eine der besten Szenen, die wir bisher in der Kampagne gespielt hatten – insbesondere die besonnene Art der (RG) Herrscherin, auf den aufbrausenden Angrosch zu reagieren und gleichzeitig ihre Mitregenten (CG bzw. CN) zur Räson zu bringen, fand ich genial ausgespielt.

Zwar war der Kämmerer immer noch nicht ganz zufrieden, da der Verkauf der Schürfrechte immer noch ein Minusgeschäft gegenüber dem Abbau des Goldes in Eigenregie war, aber das Loch in der Staatskasse war gefüllt und hat sogar noch einen Bonus von 2½ BP „on top“ gebracht.

Im Anschluss an die Spielsitzung erreichten mich noch ein paar E-Mails mit kleinen Gemeinheiten und Stolperfallen, welche die SC dem Zwerg in den Weg legen wollten – von Fallstricken im Vertragswerk über unangekündigte Kontrollen bis hin zu aktiver Sabotage und dem Ansetzen der Diebesgilde Restows auf die Goldmine. Da das Ausspielen der Verhandlungen bereits fast eine halbe Spielsitzung in Anspruch genommen hatte, habe ich mich daher für die Ausarbeitung des eigentlichen Vertragswerkes auf eine eher „systemische“ Lösung eingeschossen: ich habe dem Vertragswerk einen anfänglichen Schwierigkeitsgrad von 10 gegeben, und jeder SC durfte danach entweder auf Intelligenz oder auf Sprachenkunde würfeln, um diesen SG um 2 zu erhöhen – dadurch konnte man neue Fallstricke in das Vertragswerk einbringen oder den Vertrag sprachlich so verklausulierten, dass ihn niemand mehr verstehen konnte. So schafften es die SC gemeinsam, den Schwierigkeitsgrad auf 14 zu erhöhen. Angrosch muss nun einmal im Jahr eine Intelligenzprobe gegen diese Schwierigkeit ablegen – misslingt diese, so verstößt er ungewollt gegen eine der Klauseln im Vertrag – was die SC dann damit machen, ist ihre Sache.

Den Rest des Monats verbrachten die SC mit ihren Regierungsgeschäften, nur General Stryke, auf dessen Kopf der Bandit Idun Kellek ein nicht unerhebliches Kopfgeld ausgesetzt hatte, beauftragte seinen Freund Rolgist Mott damit, nach Restow zu reisen und dort Augen und Ohren offenzuhalten – er wollte den Banditen immer einen Schritt voraus sein. Gut so, denn die Banditen und ihr Kopfgeld werden in den nächsten Monaten der Reichsverwaltung noch Thema werden …

Aber erst einmal hatte ich noch eine dramatische Wendung in den Ereignissen um die Kreditgeber in petto. So hörte Stryke am späten Abend des Monatsletzten ungewöhnliche Musik und ausgelassene Feierlichkeiten unten am Würger. Plötzlich schwenkte die Stimmung jedoch um, und er hörte mehrere, anscheinend jugendliche Mädchen vor Furcht und Panik schreien. Schnell machte er sich auf den Weg, seine Gefährten folgten ihm in einigem zeitlichen Abstand (der Halblingsschurke Garth hatte gerade in Bad genommen, Herrscherin Korva war gerade im Begriff, ins Bett zu gehen und Lialda, die Hexenmeisterin, war im Keller des Forts mit magischen Forschungen beschäftigt).

Am Ufer des Würgers erfuhren sie dann, dass ein „hübscher Elf“ namens Lle’fándor Mondschein aufgetaucht wäre und auf seiner Harfe gespielt hätte, was die Mädchen dazu veranlasste, trotz klirrender Kälte am Flussufer zu feiern und zu tanzen. Doch plötzlich sei die Stimmung umgeschlagen, als das Mädchen Magdalena Kelinski zu dem Elfen ins Wasser gegangen und ihn geküsst hätte, woraufhin der Elf sie mit in die Fluten gezogen und ertränkt hätte. Dabei fiel wohl auch der Satz, dass der Elf „nur seine Zinsen eintreiben wolle“.

Die Charaktere waren sichtlich geschockt und begannen sofort damit, eine Suchaktion entlang des Flussufers zu organisieren, ob besagte Magdalena irgendwo wieder an Land gespült worden sei – Fehlanzeige. Schnell kochten Gerüchte hoch, die Herrscherin hätte sich Geld geliehen und dafür junge Mädchen als Gegenleistung versprochen. Natürlich versuchte Korva zu schlichten, aber wiedermal verpatzte sie einen wichtigen Wurf auf Diplomatie, und die gesagten Worte kamen nicht gut an. Ein anwesender Mann – der Vater eines der Mädchen, die hier getanzt hatten – beschimpfte sie sogar öffentlich als Lügnerin!

Als die SC ihrer Feenbegleiterin Zanny von diesem Vorfall berichteten und eine genaue Beschreibung dieses angeblichen Mondelfen abgaben, bekam diese zitternde Knie und sagte, die Charaktere hätten sich mit einem bösen Feenwesen eingelassen, einem Fossegrim, welcher „nur so zum Spaß“ andere Wesen tötete, indem er ihre Lungen durch einen Kuss mit Wasser fülle. Natürlich fühlte sich der Fossegrim nicht an irgendwelche Abmachungen gebunden, zumal er durch eine passende Wortwahl das Angebot der Herrscherin nie angenommen, sondern lediglich als „interessant“ bezeichnet hatte.

Damit sind die Aufgaben für den nächsten Monat klar: den Fossegrim finden und zur Rechenschaft ziehen, sowie den dadurch im Reich entstandenen Schaden kitten!

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