[Schwarze Diamanten] Ankunft, Teil 7

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Nachdem Gunther seinen Blick durch den Raum schweifen gelassen hat, wendet er sich der großen Fensterfront zu. Der Balkon vor dem Fenster ist stark heruntergekommen, Putz bröckelt von den Wänden und die Fliesen des Fußbodens sind mit einer grünen glitschigen Schicht aus Moosen bedeckt. Allerdings hat man von hier aus eine schöne Aussicht über das tiefer liegende Gelände hinter dem Haus. Gunther sieht in der Ferne wieder den großen Hügel, weitere Wohnsilos, einen durch einen hohen Zaun abgesperrten Bereich, in dem viele Autos stehen, sowie eine große Straße, die stark frequentiert wird. Jetzt fallen ihm auch die weiteren, zweigeschossigen Häuser auf, von denen die Frau gesprochen hat – oder zumindest das, was noch von ihnen übrig ist: die Häuserreihen in der Mitte sind nur noch als Ruinen vorhanden.

„Nicht sehr vertrauenserweckend“, murmelt Gunther zu sich selbst, als er den schlechten Zustand des Balkons bemerkt. Er geht zu den Schränken herüber, greift nach dem fernbedienungsartigen Gerät und begutachtet es. Augenscheinlich gehört es zum Monitor. Neugierig probiert Gunther aus, ob es noch funktioniert und drückt wahllos eine der Programmwahltasten. Ein leises Summen ist zu hören, als der Monitor sich aus dem Standby-Modus reaktiviert.

Zunächst ist nur ein Rauschen zu vernehmen, kurze Zeit später entsteht dann jedoch ein sehr unscharfes Raster aus großen Pixeln, die sich langsam zu einem Bild formen. Immer mehr Konturen sind zu erkennen, bis am Ende ein Mann, nein, ein Zwerg auf dem Monitor zu erkennen ist. Der Zwerg ist Mitte 50 und trägt funktionale Kleidung, die einem Mechaniker ähnelt: eine graue Cargohose, ein robustes Hemd, darüber eine Weste im Militarystyle und darüber wiederum ein Schulterhalfter mit einer großkalibrigen Pistole. Auffällig an dem Trideo ist der Hintergrund, der Gunther sofort bekannt vorkommt: es ist die Wand rechts neben dem Eingang, nur dass zum Zeitpunkt der Aufnahme noch kein Bild dort hing.

Der Zwerg nimmt seine Sonnenbrille ab, und beginnt zu erzählen:

„Hi Chummer! Setze dich einfach hin und höre mir zu! Ich kann mir vorstellen, dass du sehr überrascht sein wirst, Gunther. Aber alles der Reihe nach. Wenn du dieses Trideo siehst, bin ich wahrscheinlich bereits tot. Und eines sei dir klar, ich bin bestimmt nicht an Altersschwäche gestorben! Natürlich bin ich nicht dein Onkel, sondern nur ein guter Freund deines verstorbenen Vaters. Oh, wie unhöflich von mir, mein Name ist Georg! Hin und wieder habe ich den Verlauf deines Lebens beobachtet, bin dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass du meiner Hilfe nicht benötigst. Um deinem Leben eine andere Richtung zu geben, biete ich dir diese Wohnung und ein Leben im Plex an. Hier kannst du etwas aus deinem Leben machen, insofern du Lust und Gripps dazu hast. Aber sei auf der Hut, das Leben kann auch schneller Enden als man denkt. Nimm mich als bestes Beispiel dafür.

In dem Notizbuch stehen ein paar Namen von Personen, die dir beim Einleben hier im Plex unter die Arme greifen können. Alles weiter sollst du aber selber herausfinden! Bis dahin, und viel Erfolg!“

Mit diesen Worten verschwindet das Bild des Zwergs und es bleibt ein monotones Rauschen.

[END OF TRANSMISSION]

Wie soll Gunther weiter vorgehen? Soll er erst die falsche SIN aktivieren und sich zum alten Container-Terminal begeben? Oder sollte er neugierig sein und den merkwürdigen Lichtern in den Ruinen der Reihenhäuser nachgehen? Oder wahllos eine der Nummern aus dem Notizbuch anrufen? Was meint ihr?

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