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Nach dem Cliffhanger vom letzten Mal ging es in dieser Spielsitzung nahtlos weiter – obwohl es genau genommen eigentlich zwei Spielsitzungen waren, die ich hier unter einer „Episode“ zusammenfassen möchte, weil wir den ersten Versuch nach einer guten Stunde wegen der miserabelsten Internet-Verbindung, die ich je erlebt habe, nach zwei Kampfrunden abbrechen mussten …

Garth, der Halblingsschurke, hatte also die Bodenluke in der Küche geöffnet und einen vorsichtigen Blick in den darunter liegenden Keller geworfen. Dort waren die Kultistinnen der Gyronna gerade dabei, Heges Sohn Eilif an ihre grausame Rachegöttin zu opfern. Ohne zu zögern drangen die Charaktere in den kleinen Keller unterhalb des Hauses ein und störten somit das Ritual der acht Gyronna-Anhängerinnen unter der Führung von Malgorzata Niska und Hege Tauranor. Letzterer hatte ich auch noch ein paar Stufen als Adeptin gegönnt, damit sie die anderen Kultistinnen ebenfalls noch mit Zaubern unterstützen konnte.

Es entbrannte ein Kampf, mit dem die Charaktere zu Beginn überraschenderweise ihre liebe Mühe hatten, er wandte sich aber schnell zu ihren Gunsten, als zwei Gegnerinnen getötet und eine bewusstlos geschlagen war. Während sich die acht „normalen“ Kultistinnen auf die Charaktere stürzten und sie aufzuhalten versuchten, wollten Malgorzata und Hege das Ritual beenden und rammten dem kleinen Jungen ihr Opfermesser in den Bauch. Allerdings hatten die beiden nicht mit Lialda gerechnet – der Hexenmeisterin der immergrünen Blutlinie gelang es mit Hilfe ihrer Ranke, Hege den bewusstlosen Eilif aus den Fingern zu reißen und zu retten. Zwar versuchten die beiden Anführerinnen daraufhin noch, dem Kampf durch einen Geheimgang zu entfliehen, sie konnten jedoch im Garten von den anwesenden Stadtwachen gestellt werden.

Insgesamt konnten fünf überlebende Kultistinnen verhaftet und verhört werden, darunter die beiden Anführerinnen und die Tochter des Suppenkochs, mit der die Charaktere heute Vormittag noch gesprochen hatten. Diese zeigte schnell Reue, hatte sich dem Kult nur angeschlossen, weil ihr Hilfe gegen ihren Vater versprochen wurde und wollte eigentlich gar nicht, was dort gerade im Keller geschehen ist – und insbesondere wollte sie kein Kind töten!

Die anderen Kultistinnen, allen voran natürlich die Anführerinnen Malgorzata und Hege, waren jedoch uneinsichtig. Hege erzählte in ihrem Verhör noch ihre Geschichte: dass Jhanus sie kurz nach ihrer Hochzeit regelmäßig mit der (Zitat) „Dorfhure“ betrog und deswegen vorgab, lange arbeiten zu müssen. Sie gab zu, Jhanus und Cassandra getötet zu haben, um sich an ihm und seiner Geliebten dafür zu rächen. Sie zeigte keine Spur der Reue dafür, dass sie ihren eigenen Sohn der Göttin der Rache opfern wollte, sah sie Eilif doch als zusätzliche Last, die Jhanus ihr aufgebürdet hatte. Natürlich waren alle, allen voran ihre Schwägerin Korva, geschockt darüber, dass sie diesen blutigen Weg der Rache gesucht hatte, anstatt sich zum Beispiel Korvas Vater, Dorfältester und oberster Priester in Personalunion, anzuvertrauen – woraufhin Hege nur meinte, Korva solle ihren Vater nicht auf ein Podest heben, das er nicht verdiene.

Die anderen Verhöre haben wir dann eher im Schnellverfahren durchgespielt. Leider war dies die zweite Stelle, an der ich ein wenig „Fleisch“ an den Knochen vermisst habe, zumindest ein paar Ideen, warum die Frauen der Göttin der Rache verfallen sind, hätte ich mir im Abenteuerpfad gewünscht – oder sind die Autoren etwas davon ausgegangen, dass alle Kultistinnen getötet werden …?

Aber die Spieler und ihre Charaktere zeigten sich entschlussfreudig – direkt nach den Verhören ergingen folgende Urteile:

Malgorzata Niska wurde zum Tode durch Enthauptung verurteilt.

Hege Tauranor wurde dem anwesenden Büttel aus Gelion überstellt – dieser wird sie dorthin zurückbringen, damit sie sich für die beiden Morde verantworten soll; ihr wurde unter Todesstrafe verboten, jemals wieder einen Fuß nach Korliagast zu setzen.

Da sich die Tochter des Suppenkochs beim Verhör äußerst kooperativ gezeigt hatte und dem Glauben an Gyronna abschwörte, wurde ihr Gnade zuteil und sie muss nun einen langjährigen Bußdienst im Elchtempel ableisten.

Die anderen beiden Kultistinnen, die weniger einsichtig waren und wenig Reue zeigten, wurden öffentlich in Käfige gesperrt an den Pranger gestellt.

Puh. Um ein wenig Abstand zu den Ereignissen rund um Hege und den Kult zu bekommen, beschloss man, der Quest um „Diese Verdammte Schildkröte“ nachzugehen, die der Zwergenzimmermann Josuah Grimmigbart beim letzten Mal an die Charaktere herangetragen hatte. Zusammen mit ihm fuhr man mit dem Boot über das Hauerwasser, um die Stelle zu erkunden, an welchem der Anleger gebaut werden soll. So trafen die Charaktere tatsächlich auf den Alten Knackkiefer, die fleischfressende Riesenschildkröte.

Nach so viel Action und Drama ein wenig Zeit für einen Comic Relief.

Korva schaffte es nämlich, mit Hilfe ihrer Fähigkeiten Mit Tieren sprechen die Schildkröte in ein Gespräch zu verwickeln. Der alte Knackkiefer war hungrig und wollte am liebsten den guten Larko Glanzstahl, den angehenden Chronisten der Gruppe, verspeisen, weil Gnome doch so lecker wären. Tatsächlich gelang es Korva jedoch, das gefräßige Biest zu einem Deal zu überreden – falls die Charaktere es schaffen würden, der Schildkröte etwas zu kredenzen, was besser als Gnom schmecken würde, dann dürfe sie bleiben und würde regelmäßig mit frischer Nahrung versorgt. Im Gegenzug würde sie den Bau des Anlegers in ihrem Revier dulden und diesen gegen Eindringlinge beschützen.

Zurück in der Hauptstadt wurden mehrere Jäger damit beauftragt, vier verschiedene Tiere zu erlegen, welche die Charaktere dann zum Alten Knackkiefer brachten. Schnell hatte ich mir einen kleinen Mechanismus überlegt, um den Geschmack der Schildkröte zu „simulieren“ – auf einer Skala von 1 bis 10 war der Geschmack von Gnomen eine „9“ und ich ließ die Spieler bei jeder Kostprobe, die sie servierten, mit einem W10 würfeln. Und was soll ich sagen? Tatsächlich fand die Schildkröte Wildschweine und Rehe sogar noch schmackhafter als Gnome und willigte in den Deal ein. Gut gewürfelt!

Zurück in Hauerburg ging Stryke, der Kämpfer, dann noch seinem abendlichen Ritual nach – er stand auf einem der Wachtürme des alten Forts und ließ seinen Blick über die Hauptstadt und den See schweifen. Er bemerkte eine Priesterin Abadars, die dem Weg hinauf zum Fort folgte und sich von einer Wache zu Stryke führen ließ. Neugierig ging Stryke der Priesterin entgegen, als plötzlich Stahl aufblitzte und die Priesterin angriff.

Schon wieder ein Cliffhanger! Und ein neues Königreichsereignis – ich hatte für diesen Monat den „Mordanschlag“ ausgewürfelt …