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Hier also nun der erste Spielbericht für Monster of the Week aus Sicht meines Charakters, Jonathan „Johnny“ Markward. Es handelte sich erst mal um eine kleinen Runde zum Kennenlernen der anderen Spieler, der Charaktere und der Regeln. Wie bereits erwähnt, sind Rechtschreib-, Grammatik- und Orthographiefehler sowie schlechter Stil gewollt – sei nur zur Sicherheit noch mal wiederholt.

Okay, ich also mit Nathaniel und Bro Maximilian Anfang Januar los nach Niebüll irgendwo anne Nordseeküste. Die sagen, wir treffen uns da mit einer Anna König am Bahnhof. Ich denk‘ noch: König, ey? Ist der Mädchenname meiner Mutter! Und was ist? Wir kriegen raus, dass sie die Tochter von dem Bruder von meiner Mutter ist. Also meine Cousine. Echt jahrelang nich‘ geseh’n, zuletzt vor fuffzehn Jahren im Sandkasten oder so. Schon mal voll krass!

Und dann kommt auch noch die Emma umme Ecke. Die kenn‘ ich auch … hatte mal ihre Finger in Schwierigkeiten, habe sie da rausgeboxt, also richtig so *bämm* dem Spacken, der sie verfolgt hat, ’ne Dachlatte vor’s Knie. War ’n Bulle, hab‘ ich später rausgekriegt. Aber schon spooky, die beiden hier zu treffen, und dass die auch Monsterjägers sind. Stimmt das vielleicht doch, was die drei Gandalfs gelabert haben weil wegen Vorsehung und Schicksal und so …?

Egal. Wir erst mal in den Zug und ab nach Sylt, weil eine Freundin von Anja da wohl irgendwelche Probleme hat. Ich im Zug erst mal voll geratzt und so’n wirres Zeug über Drachen und ’nen Schatz innem Fluss geträumt (leider ein Fehlschlag bei meinem Wurf auf den Spielzug Destiny’s Plaything gewürfelt).

In Westerland dann gleich zu der Freundin, Jasmine Müller heißt die, ins Hotel Miramar. Die wollte wohl nicht mehr zu Hause pennen, weil’s da irgendwie unheimlich wäre, deswegen is‘ sie im Hotel. Voll der noble Schuppen. Bei sich zu Hause wäre wohl eingebrochen worden, zweimal, aber nix geklaut oder durchwühlt oder so. Nur nasse Fußspuren hätte der Einbrecher hinterlassen. Die anderen sofort, wow, könnte dies oder jenes sein, aber ich verstand da echt voll nur Bahnhof. Also wenn ich irgendwo einbrechen täte, dann würd‘ ich da auch was mitnehmen. Komisch alles.

Wir also hin zum Haus. Haben das Auto von der Jasmine gekriegt, so’n geiler Q7, durfte ich aber nicht fahren, wollten die anderen nich‘. Das Haus auch voll die noble Hütte, direkt am Strand, 3 Meter Flachbildschirm im Wohnzimmer und dicken Weinkeller unterm Haus. Der Jasmine ihr Macker is‘ wohl Börsenguru oder so, hat anscheinend reichlich Kohle. Wir checken alles durch, geh’n auch kurz zum Strand und reden mit ein paar Leuten, finden aber nix raus. Also legen wir uns auf die Lauer, vielleicht können wir diesen merkwürdigen Einbrecher ja erwischen.

Aber nix is. Irgendwann nachts klingelt Anjas Handy und diese Jasmine is‘ dran. Der Typ wäre jetzt bei ihr im Hotel gewesen! Also wieder alle in die Karre und zurück zum Hotel. Jasmine ist in der Lobby, die Bullen sind auch schon da, können aber wohl nix machen und verpissen sich zum Glück schnell wieder. Jasmine erzählt, dass da nachts plötzlich so’n merkwürdiger Typ mit Bart und ’nem ollen Friesennerz bei ihr im Bett lag. Naja, ich hätte dem Typen wohl eins verpasst, aber Jasmine ist lieber abgehauen. Nathaniel, Bro Maximilian und Emma gehen hoch, um sich das anzugucken, können aber außer nassen Fußspuren und nasser Bettwäsche nix finden – außer wohl so’n paar magische Schwingungen. Keine Ahnung.

Anja blieb bei Jasmine. Bro Maximilian sagte, ich soll auch da bleiben, um auf die beiden aufzupassen. Schade, wäre gerne bei den anderen mit, hätte gerne mein erstes Monster gesehen, aber Leibwächter spielen ist auch cool. Aber irgendwie nix los hier in der Lobby, ist ja auch nachts, voll boring. Fange sogar an, inner Zeitung zu blättern, Sylter Abendblatt oder so. Ey, und gleich auffe zweite Seite ist da so’n Bericht, dass da vor’n paar Tagen auf dem Friedhof neben so’ner Kirche, die Bro Maximilian kurz erwähnt hatte, ein Kreuz verbrannt wurde! Ich habe zwar noch keinen blassen Schimmer von diesem Monster-Jagen-Dingens, aber das find‘ ich voll verdächtig! Die anderen kommen wieder runter, und ich halte dem Bro und dem Engel die Zeitung unter die Nase … ey, ich glaube, ich habe sowas wie ’ne Spur gefunden!

Also wir erst mal wieder nach Hause, ’ne Runde pennen und am nächsten Morgen zu dieser St.-Severin-Kirche. Da ist auch so’n Pastor, Peter Petersen heißt der … die haben echt geile Namen hier oben. Naja, erzählt uns von dem brennenden Kreuz, und dass das wohl ein paar Jugendliche waren, die das hier abgefackelt hätten. Respekt, Alter, sowas hab ich noch nicht gemacht … hab ich aber lieber mal nich‘ gesacht, Max und Nathan schienen das nicht so prickelnd zu finden. Sowieso labern die irgendwie ziemlich viel über Gott und so …

Aber egal. Das brennende Kreuz brachte uns irgendwie nicht weiter, aber so’ne komische Statue in einer Ecke vom Friedhof haben wir uns dann doch mal angeguckt. Echt spooky, sich so’n Teil auf ’nen Friedhof zu stellen, hieß irgendwie „Der Tot“ oder so. Die anderen haben dann was von magischen Strahlungen gesagt, und von bösen Schwingungen, aber so richtig habe ich das nicht gerafft. Is‘ mir noch alles ein bisschen zu hoch. Bro Maximilian hat dann so ’nen Ekzorzismus gepredigt, aber das habe ich dann nicht mehr so ganz mitgekriegt. Bin wohl umgefallen. (Habe zum zweiten Mal einen Fehlschlag auf meinen Spielzug Destiny’s Plaything gewürfelt.)

Hatte erst ’nen wirren Traum über irgendwelche Schiffe, die voll in ’nem Sturm waren, und von ’nem brennenden Kreuz. Dann war alles schwarz, nur ganz weit weg war so’n Licht. Ich war inner dunklen Höhle, bin dann da raus zum Licht und da war dann so’n alter Mann mit ’ner Kutte und ’nem langen Bart und ’nem Stock in der Hand. Auch so Gandalf-style halt, aber keiner von den drei Alten vom Rummel. Vielleicht so’n anderer Bibelungen-Bewahrer. Egal.

Der sagte mir dann, dass ich tot wäre – nee, klar! – aber dass das nicht ginge, dass ich zu früh gekommen wäre. Und dass ich nicht sterben könne, bis ich die mir bestimmte Aufgabe erfüllt hätte. Jetzt fängt der auch noch mit Bestimmung und Aufgabe an, dachte ich, also doch einer von diesem merkwürdigen Siegfried-Kult. Sagte dann, dass sich das Böse wieder erheben würde, um alles zu vernichten, und dass es meine Aufgabe wäre, es zu besiegen. Das ist … krass! Vor ein paar Wochen wusste ich noch nicht mal, dass es Monster gibt und wie man mit ’nem Schwert kämpft, und jetzt soll ich es sein, der dem Big Bad Evil Guy die Lichter ausknipst? Aber da ich nicht sterben könnte, würde mich Gandalf jetzt wieder ins Leben zurückpusten.

Oder war das etwa dieser … „Gott“?

Hätte ich mal den Bro oder Nathan dabeigehabt, die hätten den sicherlich erkannt!

Naja, ich lieg also wieder auf der Wiese hinter der Kirche, die anderen vier um mich rum und gucken besorgt. Vor allem Nathaniel, der sich voll tausendmal bei mir entschuldigt. Kein blassen Schimmer, was er meint. (Nathaniel hatte einen Fehlschlag auf seinen Spielzug Lay on Hands gewürfelt, was der Spielleiter zusammen mit meinen beiden Fehlschläge auf Destiny’s Plaything dahingehend auslegte, dass Nathaniel mich ins Jenseits beförderte, statt mich zu heilen.) Ich erzähl denen meine Story und alle gucken doof. Ich bleib erst mal liegen. Ist alles zu viel für mich.

Die anderen gucken sich währenddessen ’nen ollen Grabstein an, von einem Hans Hanssen (schon wieder so’n geiler Name, vielleicht sollte ich mich demnächst Johnny Johnnysen nennen?). Die Schrift ist echt schwer zu lesen, aber war wohl so’n Seefahrer, der irgendwie auf See ums Leben gekommen war. Plötzlich erinnert sich Anja daran, dass Jasmine früher auch Hanssen hieß, also bevor sie ihren Macker geheiratet hat, und dass das hier wohl ’n Vorfahre von ihr sein könnte.

Da erinnert sich einer – ich glaube, Max war’s – an so’ne Legende von ’nem Geist, der wohl Gonger oder so heißt, und irgendwie so ’ne Art Geist von jemandem ist, der auf See ertrunken ist. Die zeigen sich wohl ihren Verwandten und geben damit so Hinweise, damit man den Tod des Verwandten akziptiert und die Erinnerung an ihn wachhält.

Der Gonger tut sich dann nich‘ bei den nächsten Verwandten melden, sondern überspringt zwei oder drei Generationen. Nachts erscheint er in den Klamotten, in denen er gestorben war, und schleicht so um das Haus von den Nachfahren herum, kommt dann tropfnass rein, löscht das Licht und legt sich zum Schlafenden ins Bett auf die Bettdecke. Voll spooky. Am nächsten Morgen sind dann halt nur noch die nassen Spuren da – passt also wie die Faust aufs Auge, ey.

Wir sprechen mit der Jasmine darüber und sie gibt zu, nix von dem Grab auf dem Friedhof gewusst zu haben. Wir können sie aber dazu bringen, für uns ’nen Lockvogel zu spielen. Also zurück in ihre Hütte, nachts alle im Wohnzimmer auf die Lauer gelegt und gewartet.

Und dann kam der tatsächlich! Alter Mann mit Bart, so’n Regenmantel und Schlapphut. Und total nass, der Typ. Hatte mein Schwert schon inner Hand, aber wir haben erst mal versucht, mit dem Geist zu labern. Hat auch geklappt! Und dann erzählt der uns doch tatsächlich, dass er hier ist, um Jasmine zu warnen. Weil irgendwas Böses gerade aufwacht, und sich ’ne Geschichte von vor 400 Jahren droht zu wiederholen, und dass alles total übel wäre und man es unbedingt aufhalten müsse.

Also ungefähr das, was mir auch Gandalf in der Höhle erzählt hat, als ich tot war.

Oh Mann, in was für eine elende Scheiße bin ich denn hier reingeschlittert …