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Manchmal überraschen mich meine Spieler wirklich. So auch zu Beginn dieser Spielsitzung, als sie quasi eine 180°-Kehrtwende in der Art hinlegten, wie ihre Charaktere Larko Glanzstahl behandeln. So hatte ich beim letzten Mal beiläufig erwähnt, dass Larko natürlich sehr interessiert daran ist, was die Charaktere in dem alten Zwergenposten finden und erleben, und habe auch kurz beschrieben, wie er sich abends hinsetzt und Notizen für seinen Chef Jubilost Narthroppel anfertigt.

Daraufhin waren sie plötzlich ziemlich freundlich zu ihm, haben ihm eifrig Honig um seinen roten Bart geschmiert und ihn gefragt, ob er nicht eine Abenteuergeschichte über die Taten der Charaktere und deren Kämpfe im Lager der Zwerge schreiben wolle …?! Ein paar Proben auf Diplomatie später nimmt dieser die Idee begeistert auf, sieht er doch seine Chance gekommen, aus den Fußstapfen des „großen“ Jubilost herauszukommen und selbst ein berühmter Schriftsteller zu werden! Sofort beginnt er damit, einen passenden Titel für seinen Epos zu suchen.

Ursprünglich war das Ganze als Finte gedacht, um Larko davon abzulenken, den gefundenen Schätzen zu viel Aufmerksamkeit zu widmen und Jubilost zu genau davon zu berichten. Mittlerweile (weitere zwei Spielsitzungen später) hat sich Larko aber komplett in die Gruppe integriert, da die Charaktere tatsächlich möchten, dass eine Heldengeschichte über ihre Taten geschrieben wird, und sie haben sich Larko als ihren Chronisten ausgeguckt. Strykes Spieler hat sich sogar dazu bereit erklärt, beim nächsten Stufenaufstieg das Talent Anführen zu wählen, um aus Larko einen „echten“ Gefolgsmann mit „richtigen“ Klassenstufen machen zu können … So kann es gehen, dass aus einer eigentlich unwichtigen und blassen Nebenfigur plötzlich ein wichtiger NSC wird.

Aber der Reihe nach, jetzt geht es erst einmal darum, den Rest des Gewölbes zu erkunden.

Vom gestern gefundenen Lagerraum gingen noch zwei weitere Türen ab, die erste davon in eine Art Büro. Hier konnten die Charaktere etwas über die Geschichte des Gewölbes in Erfahrung bringen, also die Informationen finden, die Jubilost eigentlich für sein Essay haben wollte. So hatten die Zwerge hier einen kleinen Außenposten errichtet, um Baumaterialien für Festungen zu lagern, die sie vor Jahrhunderten im Grüngürtel errichten wollten. Die eine davon – Hargulkas Feste in Begegnung R – etwa 80 90 Kilometer in grob westlicher / nordwestlicher Richtung, die andere in gleicher Entfernung in grob südöstlicher Richtung (man erreicht dann in etwa die Eisensteinrinne, also Begegnung V aus dem dritten Teil, was meiner Meinung nach ein perfekter Ort für Zwerge wäre, eine Festung zu errichten). Leider wurde der Bau der zweiten Festung nie in Angriff genommen, allerdings wurde dieser Entschluss auch nie den hier stationierten Zwergen mitgeteilt. Während im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte immer mehr Zwergen die Nutzlosigkeit ihres Wartens bewusst wurde und sie das Lager verließen, wollten zwei von ihnen – typisch zwergisch – stoisch hier zurückbleiben, bis sie anderslautende Befehle vom Clan erhalten würden, und schlossen sich ein. Was aus den beiden wurde, kann man erahnen …

Nachdem die Tagebücher der beiden Lagerverwalter für Jubilost eingesackt waren, entdeckte man noch eine kleine magische Statuette, mit deren Hilfe man Botschaften übermitteln konnte (eine Zauberstatuette Silberrabe), ein magischer Gegenstand, der sich für die Verwaltung des Reiches sicherlich als sehr nützlich entpuppen wird. Im Lager katalogisierte man anschließend noch die dort gelagerten Ressourcen (Baumaterial und Werkzeuge im Gegenwert von 10 Baupunkten), die natürlich bis auf den letzten Nagel mit den von den Zwergen geführten Lagerlisten übereinstimmten, bevor man sich dem letzten Raum zuwandte. Hier entbrannte dann noch ein letzter Kampf:

Da man ja immer noch auf der Suche nach einem Heilmittel für die Krankheit von Lialdas Mutter war, wollte ich noch ein paar Pflanzenwesen einbauen, und meine Wahl fiel auf einen Rotschimmel, eine Handvoll Pflanzenpygmäen und einen Häuptling mit zwei Klassenstufen als Barbar, der auf einem Ameisen-Pilz-Hybriden ritt. Von den Zahlen her eigentlich der schwerste Kampf des ganzen Dungeons mit HG 6, da dieser HG aber durch die Summe vieler kleiner einzelner Monster zustande kam, war er dann doch ziemlich einfach. Die normalen Pygmäen hatten kaum eine Chance und konnten maximal Treffer gegen die Hexenmeisterin landen, die sich unvermittelt in einen Nahkampf verstrickt sah und glaube ich das erste Mal überhaupt im Laufe der Kampagne mit einer Waffe in der Hand angegriffen hat. Auch die Pilzsporen des Rotschimmels konnten den Charakteren nichts anhaben, nur Lialda verlor ein paar Punkte Konstitution, die sie jedoch inzwischen auch wieder regeneriert hat. So war der Kampf recht einfach, dafür konnte man neue Zutaten für die Experimente von Lialdas Mutter sammeln. Und irgendwie hat sich Garth mal wieder nicht an diesem Kampf beteiligt …

Da man die Türen des Lagers nicht wieder verschließen konnte, ließ man die Baumaterialien erst einmal dort zurück und nahm nur die gefundene Truhe mit Gold, die augenscheinlich wertvollen Rüstungen und Waffen der beiden Geisterwachrüstungen sowie andere offenkundige Schätze mit, bevor man sich auf den Rückweg nach Hauerburg machte. Dort wollte man umgehend den Abtransport der gefundenen Ressourcen organisieren. Stryke stellte noch fest, dass das Lager gut zu verteidigen wäre und als Unterschlupf oder Versteck dienen könnte, woraufhin man überlegte, die zukünftige Expansion des Reiches erst einmal in diese Richtung voranzutreiben.

Vollkommen unbeeindruckt davon schrieb Larko in jeder freien Minute an seinem Epos „Über die Königsmacher von Hauerburg“ (Arbeitstitel) …