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In der heutigen Spielsitzung ging es dann endlich dem Barden Grigori an den Kragen, der seit ein paar Tagen (und seit nunmehr eins, zwei, drei Spielsitzungen) die Herrscher des Landes mit seinen Schmähreden in Verruf bringt.

Beim letzten Mal wurde ja bereits der Plan geschmiedet, dass Asyish, der Vollstrecker, noch einmal Kontakt zu Grigori aufnimmt und ihm ein paar „Interna“ aus dem Rat verkauft, die man jedoch sehr schnell als Lüge enttarnen kann. Tatsächlich kamen meine Spieler mit einer Lüge um die Ecke, die sich gewaschen hatte: Der Elchtempel sei von Trollen überrannt und alle dortigen Bewohner – einschließlich Hohepriesterin Cindiell und Landvogt Akiros – seien getötet worden. Und mehr noch: der Rat versucht, dieses Ereignis zu vertuschen, um keine Unruhen zu schüren und das Volk im Glauben zu halten, sie wären in Sicherheit und alles wäre in bester Ordnung.

So mischt man sich unauffällig unter die Meute, die Grigori an diesem Abend zuhören möchte. Dieser kommt auch theatralisch auf den Marktplatz gehumpelt, stützt sich auf seinen Stock und sorgt dafür, dass auch alle Zuschauer seine blauen Flecken, Schürfwunden und das blaue Auge sehen können. Er beginnt zwar wieder damit, sein Publikum mit seinem Bardenauftritt und dem Zauber Fesseln zu faszinieren, aber man hatte mit Ivan Medwjed ja selbst einen Barden ins Publikum geschleust, der mit einem Bannlied dagegen halten konnte und dafür sorgte, dass der Zauber nicht wirkte. Gleichzeitig zauberte die Hexenmeisterin Lialda ein Person bezaubern auf Grigori, was auch anstandslos klappte …

Lialda stellte daraufhin einige spannende Fragen aus dem Publikum heraus, und aufgrund des vorher gezauberten Pracht des Adlers gelangen ihr auch fast alle vergleichenden Charisma-Proben, so dass Grigori bereitwillig Auskunft darüber gab, dass er von einer Frau namens Lothelia Jilannor aus Mivon beauftragt und dafür bezahlt wurde, in Hauerburg für Unruhen zu sorgen, um „dem jungen Reich zu schaden“. Er wird daraufhin von den anwesenden Stadtwachen gestellt und verhaftet – natürlich nicht, ohne weiterhin gegen den Rat zu wettern, fürchtet er doch, dass sein Kopf jetzt neben dem des Fossegrimms auf einem Pfahl vor dem Dorf aufgestellt werden würde!

Nachdem die Bombe geplatzt ist, verbleiben viele der Einwohner Hauerburgs verwirrt auf dem Marktplatz zurück, und Herrscherin Korva beginnt sofort mit der Schadensbegrenzung, indem sie Hände schüttelt und mit Leuten redet. Insbesondere holt sie das eigentlich längst überfällige Gespräch mit den Eltern von Magdalena nach, die ja vor einiger Zeit das Opfer des Fossegrimms geworden war – ein recht ungleiches Paar: er, Jakub, Anfang 50 und ein bescheidener Tagelöhner, sie, Melina, Mitte 30 und eine impulsive Hexenmeisterin der elementaren Blutlinie des Feuers. Korva möchte den beiden (auch gegen anderslautende Stimmen ihrer Berater) etwas Gutes tun und findet heraus, dass Jakub davon träumt, ein eigenes Boot zu besitzen, um fischen zu gehen. General Stryke stellt Jakub daher dessen eigenes Boot zur Verfügung, um diesem Traum nachgehen zu können, unter der Bedingung, dass der Tagelöhner ihn und die anderen Ratsmitglieder mit dem Boot über das Hauerwasser fährt, falls dies notwendig sein sollte. Melina hingegen wird gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, mit ihren magischen Fähigkeiten die Miliz oder den Marschall zu unterstützen, was in dieser unerwartete Ambitionen weckt – so möchte sie nicht weniger werden als Kesten Garess‘ Stellvertreterin …

Einen Tag später erreichen auch Cindiell und Akiros die Hauptstadt und können auch noch einmal sehr bildlich darstellen, dass Grigoris Reden allesamt Lügen waren.

Garth, der währenddessen in Restow unterwegs war, um Nachforschungen über Lothelia Jilannor anzustellen, findet auch hier die Spur nach Mivon – die Familie Jilannor unterstützt zwar auch weiterhin die Schwertjunker, es gab aber zu Zeiten von Choral des Eroberers einen Zwist zwischen drei Brüdern der Familie, der darin gipfelte, dass einer von ihnen starb, einer sich für den Verbleib in Restow aussprach und der dritte mit einem Teil der Familie nach Mivon auswanderte. Somit führt diese Spur vorerst ins Leere und muss irgendwann später in den Flusskönigreichen fortgesetzt werden.

Zurück in Hauerburg ist noch ein wenig Zeit bis zur nächsten Ratssitzung, was die Mitglieder des Rates dazu nutzen möchten, noch ein wenig die Kamelande zu erkunden. Man stellt jedoch fest, dass viele unerforschte Bereiche bereits zwei Tagesreisen von der Hauptstadt entfernt sind, so dass die Erforschung zwar die zwingend erforderliche Abwechslung zum Intrigenspiel der letzten Tage darstellt, aber kaum neue Bereiche der Hexkarte aufdecken kann, bis man schon wieder den Rückweg antreten muss.

Und es fehlen mir wieder vorbereitete Zufallsbegegnungen, um die Hexploration mit interessanten Abwechslungen zu würzen.