Schlagwörter

, , , ,

Die Artikelserie [Und danach?] richtet sich vornehmlich an meine Spieler, denen ich auf diesem Weg die neuen Systeme vorstellen möchte, die ich mir als mögliche Ablösung für unsere laufende D&D 3.5-Kampagne herausgesucht habe. Ich hoffe jedoch, dass auch andere Leser sie zumindest ein wenig interessant finden werden.

Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich die meisten Systeme, die ich hier vorstelle, bisher entweder gar nicht oder nur probeweise (zum Beispiel auf Cons oder Spielertreffen) gespielt habe. Die Infos resultieren aus dem Lesen der entsprechenden Regelwerke und/oder Settings, was aber ggf. auch schon ein paar Jahre her sein kann, oder aus Drittinfos aus dem Netz. Trotz großer Bemühungen um Korrektheit kann ich also nicht ausschließen, dass sich Fehler eingeschlichen haben — wer welche findet oder andere Dinge anmerken möchte, die ihm für das System wichtig erscheinen, kann mir gerne einen Kommentar hinterlassen.

Auch diese Woche ist „Systemvorstellung“ eigentlich nicht mehr ganz richtig, das System „Savage Worlds“ hatte ich ja bereits vorletzte Woche vorgestellt, jetzt geht es um das „Rippers“-Setting.

Wie immer stelle ich das System anhand von sieben Fragen vor, obwohl es diesmal eigentlich auch nur fünf sind …

Um welches Genre geht es?

Gothic Horror (mit ein paar Anleihen aus Cyberpunk, Fantasy, Steampunk und Pulp).

In was für einer Welt spielen wir?

Wir spielen im viktorianischen London der 1890er Jahre. Die Monster aus den Schauergeschichten – Vampire, Werwölfe, Dämonen, Geister, Frankensteins Monster, Mr. Hyde – gibt es wirklich, doch niemand weiß davon, da die Geheimgesellschaft der „Ripper“ dafür sorgt, dass diese Monster bekämpft werden, ohne dass es jemand merkt. Um dies zu gewährleisten, haben die Ripper neue Technologien entwickelt, sich die Magie in geringem Umfang nutzbar gemacht und können sich sogar aus erlegten Monstern extrahierte Organe und organische Materialien implantieren, um ihre Kampfkraft zu steigern oder widerstandsfähiger zu werden – die sogenannte Ripper-Tech.

Gegenspieler der Ripper ist die sogenannte Kabale, ebenfalls ein Geheimbund und quasi der „Zusammenschluss“ all der Monster, welche die Ripper zu jagen versuchen. Wer hinter dieser Kabale steckt und wer ihr Anführer ist, ist unklar.

Wen oder was spielt ihr?

Die Charaktere seid Mitglieder der Geheimgesellschaft der „Ripper“ und versuchen, die ahnungslose Bevölkerung vor den Monstern aus den Schauergeschichten zu beschützen – sie sind also eine Art „Man in Black“ im viktorianischen England, nur ohne Blitz-Dings. Die Mitglieder der Ripper entstammen dabei jeglicher Couleur – von einfachen Kämpfern über gewitzte Gelehrte, zwielichtige Pseudo-Superhelden, okkulte Magier oder verrückte Wissenschaftler bis hin zu Chirurgen und Chemikern, die sich erlegte Monster zu Nutze machen, um deren Vorteile den Rippern zur Verfügung zu stellen.

Wie werden die Charaktere erschaffen?

Wie bereits bei der Besprechung des Grundsystem besprochen, jedoch kommen wiederum noch ein paar setting-spezifische, spezielle Talente und Handicaps hinzu, unter denen man wählen kann. Hinzu kommen noch zwei neue, abgeleitete Attribute, nämlich „Status“, der eben den Status des Charakters in der viktorianischen Gesellschaft widerspiegelt, und „Stabilität“, die den Geisteszustand des Rippers beschreibt. Dieser kann sich durch die grauenhaften Erlebnisse des Charakters genauso ändern, wie durch den Einbau von (zu viel) Ripper-Tech.

Außerdem können die Spieler, wenn sie dies möchten, ihre eigene Loge erstellen. Diese verfügt über die vier Attribute Einfluss, Mitglieder, Ressourcen und Einrichtungen – je höher ein Attribut, desto besser ist die Loge in diesem Bereich. Zu Beginn können bis zu 10 Punkte auf die einzelnen Attribute verteilt werden und definieren so zum Beispiel das Startkapital der Loge, die Anzahl der Mitglieder (neben den SC) oder welche zusätzlichen Einrichtungen vorhanden sind.

Wie verbessern sich Charaktere?

Wie bereits bei der Besprechung des Grundsystems besprochen.

Zusätzlich können auch die Werte der Loge gesteigert werden, unter anderem durch spezielle Quests, in denen man zum Beispiel neue Mitglieder rekrutiert oder neue Gönner sucht. Steigt dadurch der Wert eines Attributs, gibt es mehr Geld, mehr Leute oder neue Einrichtung.

Wie sieht das Regelsystem aus?

Es gibt sehr wenig Abweichungen zum Grundsystem, neue Regeln gibt es nur bezüglich der Ripper-Tech, den Logen und den oben genannten Werten für Status und Stabilität.

Was sind die Besonderheiten des Systems?

Der Genremix aus Horror, Cyperbunk (Aufwertung des Körpers durch Implantate und den dadurch einhergehenden Verlust der Menschlichkeit), Fantasy (Magie und Monster) und Pulp (Verrückte Wissenschaftler) bietet viel Spielraum für mögliche Plots und Geschichten; außerdem kann man das Setting noch beliebig mit Steampunk-Elementen würzen, falls gewünscht. Die Idee eines Geheimbundes, der im Verborgenen agiert und von dem niemand etwas wissen darf, stellt einen manchmal vor recht ungewöhnliche Herausforderungen. Mit der Loge, die im Hintergrund geführt werden kann, bekommt die Kampagne zusätzlich noch das Element einer kleinen Aufbausimulation. Es gibt im Settingband neben einer ganzen Kampagne auch eine ganze Reihe von sog. Savage Tales – kurze Geschichten, die innerhalb einer Spielsitzung (oder vielleicht sogar weniger) abgehandelt werden können; zusätzlich kann man sehr einfach „Monster of the week“-Abenteuer generieren. Dies vor dem Oberbau durch die Loge würde sehr gut zum Spielturnus unserer Gruppe passen.

Zusätzlich gilt natürlich das vorletzte Woche unter „Savage Worlds“ gesagte.

Links und weitere Infos

  • Das Setting bestand ursprünglich aus einem einzelnen Settingband mit dem Titel „Rippers“, das einen Spieler- und einen Spielleiterteil beinhaltete. Mittlerweile gibt es mit „Rippers Resurrected“ ein Zwischending zwischen Neuauflage und Fortsetzung, das explizit in ein „Spielerhandbuch“ und ein „Spielleiterhandbuch“ getrennt wurde. Alle drei Bücher gab es bei Prometheus-Games, ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es noch zu erwerben ist (wegen der Lizenzen und so …).
  • Auf der Download-Seite des Verlags sind es aber noch Charakter- und Logenbögen für beide Versionen sowie drei kurze Abenteuer zu finden.
  • Savage Worlds: Rippers (in der „alten“ Version) ist eines der wenigen hier vorgestellten Systeme bzw. Settings, das ich bereits mehr als einmal spielen durfte. Demzufolge gibt es hier auf dem Blog bereits ein paar Posts zum „Querlesen“, zum Beispiel die Tagebücher eines meiner Charaktere (auch wenn es nur drei Spielsitzungen waren), oder einiges an Material auf meiner Download-Seite. Eine Übersicht gibt es unter dem Tag „Rippers„.