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War der Pharast des Jahres 4712 noch durch seine Kürze geprägt, stotterte der Gozran (der „April“) dann anfänglich wieder vor sich hin.

Durch den Masterplan des Kämmerers hatte man es geschafft, die Staatskasse zu sanieren – sie hatte mittlerweile wieder einen Puffer von gut 15 Baupunkten, was ausreichend war, um auf jeden Fall die im nächsten Monat notwendige Ausgabe von 10 Baupunkten für ein Botschaftsgebäude in Adlerwacht bezahlen zu können. Somit hob der Kämmerer das von ihm verhängte Verbot von Expansion und Geländeverbesserungen wieder auf.

Somit beschloss man in dieser Ratssitzung …

  • das Hexfeld mit der wackeligen Brücke in das Reich zu integrieren,
  • die Kobolde in der Eichenwipfel-Silbermine mit der Geländeverbesserung einer „Mine“ zu beglücken,
  • eine Straße im Hexfeld mit der alten Platane zu errichten,
  • in Hauerburg einen Marktplatz zu errichten.

Außerdem besprach man noch das Thema der wieder zunehmenden Aktivitäten von Banditen und Wegelagerern — die aber augenscheinlich weniger an Raubüberfällen auf Reisende interessiert sind, sondern wohl eher auf der Suche nach einem gewissen Halbork (General Stryke) und einer gewissen Halbelfe (Hohepriesterin Cindiell) sind. Anstatt die Aufgabe an Akiros zu übertragen, der als Landvogt für die Niederschlagung solcher Aktivitäten zuständig wäre und dies mit einem Stabilitätswurf „abhandeln“ könnte, haben sich die abenteuerlustigen Charaktere stattdessen dazu entschieden, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Also patrouillierte man zwischen der Unteren Dornenfurt und der Eichenwipfel-Silbermine hin und her, bis man tatsächlich von einem Dutzend im Hinterhalt lauernder Schläger aufgehalten wurde. Sie erkannten den gesuchten Stryke unter den Reisenden und griffen an.

Angelegt als Krieger der Stufe 2 hätte dies einen Herausforderungsgrad von 6 ergeben, da ich aber wusste, dass meine Spieler zuletzt schon mit Begegnungen mit HG 4 ihre lieben Probleme hatten, wollte ich ihnen Hilfestellung in Form von ein paar NSC mit auf den Weg geben. Strykes Spieler hatte im Vorfeld schon einmal angedeutet, seinen Halbork von einem „einfachen“ Kämpfer zu einem ehrenvollen Ritter weiterentwickeln zu wollen, daher griff eine herangaloppierende Einheit aus dem Ritter Sir Praxiles von Zenobia (Ritter des Schildordens Stufe 4) und vier Mann Reiterei (Krieger Stufe 2) auf Seiten der SC in den Kampf ein.

Leider zog sich auch dieser Kampf, wie schon die beiden letzten, extrem wie Kaugummi in die Länge. In der ersten Runde zauberte die Hexenmeisterin ein Verstricken auf den gesamten Kampfplatz des Hinterhalts, nachdem die Spieler mit mir ausgehandelt hatten, dass die Straße von den Auswirkungen des Zaubers frei blieb, da dort schließlich keine Pflanzen wuchsen. Dadurch mussten natürlich alle Wegelagerer, die sich in den Nahkampf stürzen wollten, erst einmal Stärkeproben würfeln, um sich bewegen zu können – dumm nur, dass eigentlich alle auch zusätzlich mit Fernkampfwaffen ausgerüstet waren. Auf der anderen Seite sorgte der Zauber aber leider auch dafür, dass die Reiter nicht optimal in den Kampf eingreifen konnten, da sie nicht auf Nahkampfreichweite an die Banditen herankamen. So mussten die auf Nahkampf bzw. Kampf zu Pferd optimierten NSC ebenfalls auf ihre Fernkampfwaffen zurückgreifen – mit wenig Erfolg. Immerhin konnten sie die Angriffe einiger der Banditen an sich binden, was den SC immerhin ein klein wenig Luft verschaffte.

Ich hatte mich dazu entschieden, es während dieser Begegnung regeltechnisch ein wenig „laxer“ angehen zu lassen, und habe auf die Anwendung der kompletten Regeln zu berittenem Kampf (bei der man noch Reiten-Proben durchführen müsste) ebenso verzichtet, wie auf die Regeln zur Tarnung für diejenigen Banditen, die noch in den Gebüschen hockten. Meine Hoffnung war ein etwas flüssigerer Kampf, aber leider zeigte sich am Ende wieder meine Hassliebe für D&D 3.5, die nun auch auf Pathfinder abzufärben droht …!?

Aber das sei erst einmal egal, viel wichtiger ist, dass das Erscheinen des Ritters Strykes Spieler wie erwartet „getriggert“ hat und Stryke sich bereits kurz nach ihrer Rückkehr in die Hauptstadt mit besagtem Sir Praxiles über das Rittertum unterhält, insbesondere über den Orden des Schildes – dieser hat sich, anders als viele andere Ritterorden, nicht dem Land oder dem Adel verpflichtet, sondern dem einfachen Volk, und dient als deren Beschützer. Ein paar Gedanken hierzu aus Strykes Sicht sind auch drüben auf Carock’s Logbuch in Strykes Tagebucheintrag zu finden …

Nachdem sich der Ritter darüber informiert hat, wie man der Bevölkerung der Hauptstadt am besten dienlich sein könnte, beginnt man damit, Patrouillen in die Umgebung zu organisieren und somit Landvogt Akiros unter die Arme zu greifen. General Stryke stellt ihnen hierfür den zurzeit noch leerstehenden Wachturm an der Unteren Dornenfurt zur Verfügung.

Erste Diplomatin Lialda hat derweil ein ganz anderes Problem, muss sie sich doch dem jungen Ivan Medwjed erwehren, der ihr in seiner Funktion als Botschafter des Hauses Medwjed einen Brief von Geneviève Medwjed-Brezeki, einer der Mäzeninnen des Reiches, übergibt – und dies nutzt, um Lialda „wie zufällig“ einen schlecht gedichteten Liebesbrief zu überreichen:

Rosen sind rot, deine Augen sind grün -
die Liebe, sie ist so ungestüm!
Du raubst mir den Verstand,
mein Herz ist nun dein Pfand,
und kann es kaum erwarten
zu spüren deine zarten
Lippen auf meinem Munde,
oh, welch frohlockende Kunde!

Lialda war nicht gerade begeistert. In dem Brief kündigt Geneviève übrigens einen Besuch für den kommenden Sommer an, augenscheinlich möchte sie kontrollieren, ob ihr Geld auch vernünftig (und gewinnbringend?) angelegt wurde – was Herrscherin Korva ziemlich nervös macht.

Garth, der Erste Spion des Reiches, schnappt derweil im Wirtshaus das Gerücht auf, dass der Hirschkönig von den Toten auferstanden sein und in den südöstlichen Kamelanden in der Nähe einer alten Gruft eine Armee aus Geisterbanditen sammeln soll. Falls dies stimmen sollte – und es ist ja immer ein Fünkchen Wahrheit an jedem Gerücht – eine ernstzunehmende Gefahr, die er gleich nächsten Monat in die Ratssitzung einbringt.

Er macht außerdem noch die Bekanntschaft von Kundal, dem Barbaren, der sich ja während einer späteren Begegnung aus dem Abenteuerpfad als Werwolf entpuppen wird. In der Vorlage ist ja vorgesehen, dass Kundal praktisch „aus dem Nichts“ erscheint, nachdem die SC mit den Morden konfrontiert wurden, das hielt ich aber für etwas zu „mechanisch“ und dadurch irgendwie unpersönlich. Daher habe ich den schwermütigen Barbaren jetzt schon auftauchen lassen, damit die SC eine Beziehung zu ihm aufbauen konnten. Neben Garth hat sich dann auch noch Stryke für den Krieger interessiert, der von seinem Stamm verbannt wurde, weil er Feigheit im Kampf gezeigt hatte. Nun sucht er nach einer Herausforderung, einem Monster, das er alleine besiegen kann, um so seinem Stamm gegenüber seinen Wert zu beweisen. Eigentlich hatte ich hier an den Worg Heulen-des-Nordwindes gedacht, aber die Spieler hatten einen anderen Plan mit ihm …