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So, weiter geht es mit dem nächsten Block aus SL-Kommentaren zum ersten Jahr Reichsverwaltung während unserer Königsmacher-Kampagne, diesmal mit dem Kuthona (dem „Dezember“) des Jahres 4711. Ein Teil der folgenden Ereignisse findet man wie immer auch auf Carock’s Logbuch, nämlich in der ersten Hälfte von Strykes Spielbericht „Er(n)ste Probleme“.

Zuerst einmal musste ich in meiner Funktion als Spielleiter ein wenig die Finanzlage des Reiches „kitten“ (siehe auch [Königsmacher] Was passiert eigentlich …), weil die Staatskasse ansonsten innerhalb der nächsten drei bis vier Monate Konkurs hätte anmelden müssen. Ich habe mich dazu entschlossen, den Spielern in Form mehrerer NSC unter die Arme zu greifen, aber natürlich alles zu einem mehr oder minder hohen Preis. Doch hierzu später mehr – erst einmal habe ich durch Jiro Goldenbourgh, den Kämmerer des Reiches, eine Art „Masterplan“ vorlegen lassen, welche Gebäude und Geländeverbesserungen innerhalb der nächsten sechs Monate gebaut werden sollten bzw. müssten, um die Vertragsbedingungen mit den verschiedenen Geldgebern zu erfüllen. Ausgehend von diesem Plan hat das Loch in der Staatskasse momentan eine Höhe von 10 BP, die noch irgendwie binnen sechs Monaten beschafft werden müssten.

Dem Plan wird zugestimmt, was in den kommenden Monaten die Länge der Ratssitzungen drastisch verkürzen wird, da eigentlich schon fast alles beschlossen wurde. Zudem entschied man dazu …

  • weitere Bauernhöfe zu errichten,
  • Ruben Gudhall als Botschafter nach Steinstieg zu schicken (während die zweite Kandidatin, Jennifer Vellara, später den Posten der Botschafterin in Adlerwacht übernehmen soll),
  • sowie den Schatz der Hydra komplett in die Staatskasse einzuzahlen (was das Defizit schon mal auf 9 BP senkt).

Aldus Escryk, der Berater und gleichzeitig der Bürgermeister der Hauptstadt, macht zudem den Vorschlag, wohlhabende Mitglieder des Volkes zu fragen, ob sie dazu bereit wären, der Staatskasse Geld zukommen zu lassen oder dem Reich einen Kredit zu gewähren – als Gegenleistung verspricht man Land, Titel oder Zinsen. Jiro Goldenbourgh wird außerdem noch beauftragt, nach Restow zu reisen, um Angebote eines Geldverleihers einzuholen.

Als Spielleiter kann ich dann an dieser Stelle nicht anders, als während der Ratssitzung noch zwei Bomben platzen zu lassen, wofür mich die Spieler wahrscheinlich erst einmal hassen werden. Zum einen offenbart Asyish, der Vollstrecker, die Abmachung des Reiches mit den Nachtschwingen, der Diebesgilde von Restow, welche bis dato nur den SC bekannt war, aber nicht den NSC im Rat. Ein Teil dieser Abmachung bestand darin, dass die Diebesgilde „großzügige Geschenke“ an die anderen Ratsmitglieder macht, diese im Gegenzug dafür über die Aktivitäten der Diebesgilde im Reich der SC hinwegsehen. Asyish legt also jedem Mitglied des Rates einen Beutel mit 100 GM vor die Nase, im Gegenzug sollen keine Gegenmaßnahmen getroffen werden, wenn den Kobolden in der Eichenwipfel-Silbermine die ein oder andere Warenladung mit Silber „abhanden kommt“.

Viele der NSC sind erst einmal sprachlos über diese Abmachung und protestieren, wie man mit Verbrechern zusammenarbeiten und von ihnen sogar Bestechungsgelder entgegennehmen könne. Insbesondere Cindiell Tarreth, die Hohepriesterin, stellt diesen Vertrag als moralisch fragwürdig hin. Dummerweise hat Asyish auch hier eine passende Antwort (und die zweite Bombe) parat: er knallt einen Steckbrief auf den Tisch, in welchem Cindiell Tarreth und Stryke, seines Zeichens General und einer der SC, wegen früherer Mitgliedschaft in einer Banditenbande gesucht werden. Hier habe ich schön einen der Hintergründe meiner SC „ausgeweidet“, da Stryke und Cindiell aus der Räuberbande von Idun Kellek geflohen sind, wobei sie noch einen der Leutnants des Bandenchefs verstümmelt haben. Jetzt sinnt Idun auf Rache und hat Kopfgeldjäger auf die beiden ausgesetzt.

Auf diese Weise mundtot gemacht kann sich Cindiell nicht mehr gegen den Vertrag mit den Nachtschwingen wehren. Den SC gelingt es, auch die anderen Mitglieder des Rates von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Bestechungsgelder der Diebesgilde anzunehmen, um diese in die Staatskasse einzuzahlen, womit das Defizit auf 8 BP gesenkt werden kann.

Trotzdem ist am Ende dieser sehr turbulenten (und von den Spielern sehr schön ausgespielten) Ratssitzung die Stimmung erst einmal ein wenig im Keller. Interessiert nimmt man zur Kenntnis, wie viele Mitglieder des Rates eigentlich eine (klein-)kriminelle Vergangenheit haben: neben dem Ersten Spion, dem Vollstrecker und Akiros Ismort als Landvogt also auch noch der General und die Hohepriesterin – macht (bisher) fünf von elf!

Insbesondere Garth, der Erste Spion des Reiches, hat sich Asyish als neues Feindbild auserkoren. Schon am nächsten Tag macht er sich auf den Weg nach Restow, um dort Informationen über ihn (und auch über die anderen Mitglieder des Rates, inklusive der andern SC!) einzuholen. Nachdem er sich bei seiner Freundin für den vergessenen Geburtstag entschuldigt hat, kann er so einiges herausfinden, was er jedoch erst einmal für sich behält – insbesondere das Gerücht, dass der Kämmerer Jiro Goldenbourgh schon mal in Neu Stetven wegen Betrugs im Gefängnis saß …!

In der Zwischenzeit findet das nächste Königsreichsereignis statt, nämlich ein „Unerwarteter Fund“. Da zurzeit aber keine Bauarbeiten oder ähnliches stattfinden, wurde der magische Gegenstand, ein Zauberstab „Feuerwerk“, kurzerhand bei einer angespülten Leiche im Hauerwasser entdeckt. Natürlich sorgte die Leiche ein wenig für Turbulenzen, aber es handelt sich wohl um einen seit Jahren toten Magier, also keinen Einwohner des Dorfes. Der Zauberstab konnte dann später an den Ersten Spion verkauft werden.

Gegen Ende des Monats kann Aldus Escryk, der Berater, letztendlich davon berichten, dass er tatsächlich ein paar Leute ausfindig machen konnte, die dem Reich Geld geben oder leihen würden. Hierzu hatte ich ein paar Ideen vorbereitet und letztendlich über Treue-Würfe entscheiden lassen, wer den SC finanziell helfen möchte. Dabei fielen die Würfel auf die folgenden vier Kandidaten:

  • Der Ladenbesitzer Trakaz Maradur bietet den SC 1 BP gegen den Titel und die damit verbundenen Privilegien des „Hoflieferanten“.
  • Bruder Flinnt, ein Mitglied der Barmherzigen Brüder, kann den SC ebenfalls 1 BP anbieten und verlangt als Gegenleistung das Versprechen, die Miliz von Hauerburg mit Heiltränken der Bruderschaft auszustatten, sobald es sich das Reich finanziell leisten kann.
  • Ein mysteriöser Mann namens Lle’fándor Mondschein, der sich als Mondelf ausgibt, aber augenscheinlich Feenblut in den Adern hat, bietet den SC ebenfalls 1 BP, möchte als Gegenleistung lediglich monatliche Zinsen.
  • Letztendlich platzt noch ein alter Bekannter in den Raum, der Zwerg Angrosch Silberschlag. Dieser hat – so wie Herrscherin Korva ihm bei ihrer letzten Begegnung angeboten hatte – die Raublande auf eigene Faust erforscht und tatsächlich eine Goldader gefunden – nämlich die aus Begegnung L des ersten Teils, welche die Charaktere aufgrund verpatzter Wahrnehmungswürfe nicht gefunden hatten. Er bietet den SC 5 BP für das Recht, die Mine 20 Jahre lang für eigenen Profit auszubeuten.

Schnell wird man sich mit Trakaz Maradur und Bruder Flinnt handelseinig (das Defizit in der Staatskasse sinkt auf 6 BP), die anderen beiden vertröstet man auf einen Termin in drei Tagen – Lle’fándor, um mit dem Kämmerer einen angemessenen Zinssatz für seinen Kredit zu besprechen, Angrosch, weil man dessen Angebot einfach unverschämt findet und sich überlegen möchte, wie man ihm ein Schnippchen schlagen könnte. Zu diesem Zweck werden ein paar wildniskundige NSC auf die Fährte der Zwerge angesetzt, um herauszufinden, wo sich die angebliche Goldmine befindet – tatsächlich schafft es die Waldläuferin Allison Fex, den Standort zu lokalisieren, was den Charakteren einen weiteren Vorteil gegenüber den Zwergen verschafft. Sie schließen den Plan, einfach das Hex mit der Goldmine für das Reich zu annektieren, wodurch sie ihre Verhandlungsposition deutlich stärken wird.

Da dies jedoch erst während des nächsten Monats über die Bühne gehen kann, verschieben die Charaktere den Termin mit Angrosch Silberschlag kurzerhand auf den nächsten Monat, da „die Herrscherin wegen plötzlicher, familiärer Angelegenheiten“ nicht in der Hauptstadt weilt. Um nicht zu lügen, machen sich die Charaktere kurzerhand auf den Weg zu Olegs Handelsposten, um Oleg, Swetlana und den mittlerweile geborenen Babys Towe und Silvie einen Besuch abzustatten.

Darüber hinaus legen sie sich einiges an Fallstricken und Gemeinheiten zurecht, über die sie Angrosch stolpern lassen wollen – zum Beispiel auch den Vorschlag an die Nachtschwingen, statt die Silbertransporte der Kobolde doch lieber die Goldtransporte der Zwerge zu überfallen.

Insgesamt ein sehr ereignisreicher Monat, für den wir tatsächlich fast drei Spielsitzungen und einiges an E-Mails benötigt haben. Aber er hat ziemlich viel Dynamik in die Reichsverwaltung und die Ratssitzungen gebracht und mir gezeigt, dass die Spieler einiges Interesse an Intrigenspiel haben.

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