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Der Erastus 4711 (der „Juli“ im Kalender Golarions) beginnt mit der zweiten Ratssitzung, in welcher Jiro Goldenbourgh als Vertreter der Händlergilde zu Restow in das Amt des Kämmerers und Asyish als (geheimer) Vertreter der Diebesgilde zu Restow in das Amt des Königlichen Vollstreckers eingeführt werden.

Man beschließt außerdem …

  • das Reich in Richtung des Reißbeerendickichts auszudehnen,
  • um das Fort des Hirschkönigs herum Bauernhöfe zu errichten, und
  • in Hauerburg einen Schrein zu Ehren Erastils zu erbauen, um die vertragliche Vereinbarung mit der Kirche Erastils zu erfüllen; außerdem soll der Glaube an Erastil ja sowieso so etwas wie eine „Staatsreligion“ werden.

Lady Jerribeth merkt anschließend noch an, dass Hauerburg zurzeit noch ohne Bürgermeister dasteht, die Ortschaft sich regeltechnisch also in „Anarchie“ befindet. Da sie dies schon im Vorfeld gegenüber den anderen Ratsmitgliedern erwähnt hatte, haben drei von ihnen auch bereits einen Kandidaten in der Hinterhand, den sie vorstellen:

  • Beraterin Swetlana Leweton schickt einen volksnahen, älteren Herrn namens Aldus Escryk ins Rennen, der aus Restow nach Hauerburg gekommen ist und sich nicht nur durch seine Lebenserfahrung auszeichnet, sondern auch durch seinen Pragmatismus, da er immer zu wissen scheint, was im Moment am dringlichsten zu tun ist. Er hat sich auch bereits mehrmals als Streitschlichter hervorgetan, wodurch er sich in der Bevölkerung Hauerburgs bereits ein wenig Respekt verdient hat.
  • Hohepriesterin Cindiell Tarreth unterbreitet die Idee, dass immer der Oberste Kleriker Erastils auch gleichzeitig der Anführer des Dorfes sein soll, so wie es in vielen Dörfern im südlichen Brevoy, wo Erastil eine weit verbreitete Gottheit ist, gelebt wird. Sie schlägt daher Henri Kelesh, einen aus dem Gronziwald stammenden Erastil-Priester, als Bürgermeister vor.
  • Vollstrecker Asyish hingegen nominiert einen jungen Mann namens Sion Poins, der zurzeit noch in Restow lebt und dort bei der Stadtverwaltung tätig ist – und dadurch bereits weiß, wie eine Stadt zu verwalten sei und somit gute Voraussetzungen für das Amt mitbringe. (Kleiner Spoiler: Natürlich ist auch Sion Poins ein Mitglied der Nachtschwingen, das Asyish in ein wichtiges Amt in Hauerburg navigieren möchte.)

Eigentlich hatte ich vorgehabt, dass sich die Charaktere mehr oder weniger spontan für einen von ihnen entscheiden, aber meine Spieler „ticken“ da vielleicht ein wenig anders: zuerst einmal sollen sich alle Kandidaten quasi in einem „Vorstellungsgespräch“ präsentieren, anschließend soll das Volk durch freie Wahl entscheiden. Was für ein moderner Schnickschnack …

Aber erst einmal wurde am 3. Erastus das Schützenfest des Erastil gefeiert, welches die Einwohner Hauerburgs recht improvisiert auf die Beine gestellt haben. Auch einen Bogenschusswettbewerb hatte man organisiert, an dem auch alle SC teilnahmen – und Herrscherin Korva sogar einen respektablen zweiten Platz belegen konnte. Siegerin wurde eine wild anmutende, halbelfische Waldläuferin namens Allison Fex, die ich eigentlich nur als „Platzhalter“ vorgesehen hatte, die aber sofort von den Charakteren angespielt (und von Stryke sogar ein klein wenig angegraben) wurde, die also wohl auch eine größere Rolle in der Kampagne spielen wird …

Höhepunkt des Schützenfestes war dann das Auftauchen von Faunra Zirul, der elfischen Mutter der halbelfischen Hexenmeisterin Lialda, womit dann auch ihr persönlicher Charakterplot startete. Lialdas Spielerin hatte sich die Immergrüne Blutlinie als Quelle ihrer magischen Kräfte ausgesucht, ich persönlich habe aber immer so meine Schwierigkeiten mir vorzustellen, wie das jetzt genau passiert ist, mit dem Pflanzensaft in der Blutbahn und so …

Also habe ich beschlossen, dass es Lialdas Mutter ebenfalls nicht weiß. Vielmehr ist der ominöse Pflanzensaft Segen und Fluch zugleich – Segen, weil er den Hexenmeisterinnen ihre Kraft verleiht, Fluch, weil er Lialdas Mutter krank macht: Sie ist am ganzen Körper mit kleinen, verholzten Sprösslingen bedeckt, die ausgetrocknet und mit einem merkwürdigen weißen Flaum und Schimmel bedeckt sind! Die Krankheit schwächt Faunra, und sie hat Angst, dass Lialda ebenfalls daran erkranken könnte. Sie hat sich deshalb auf den weiten Weg nach Hauerburg gemacht, um sie zu warnen und Hilfe von ihr zu erbitten.

Da sie selbst keine Idee haben, wir man der guten Faunra helfen könnte, schicken die Charaktere sie nach einer Verschnaufpause kurzerhand zu Bokken, damit die beiden erst mal ein wenig fachsimpeln können. Zwei Wochen später ist sie zurück, weiß aber nur zu berichten, dass Bokken auch keine Idee hat … Die beiden sind aber übereingekommen, dass hier erst einmal Grundlagenforschung notwendig sei, um herauszubekommen, was sich genau dort im Blut der beiden Hexenmeisterinnen befindet. Zu diesem Zweck bittet Faunra die Charaktere, auf ihrem Streifzug durch die Raublande nach einem Modernden Schlurfer Ausschau zu halten und dessen Pflanzensaft zu ihr zu bringen; als Gegenleistung verspricht Faunra das Anfertigen von Schriftrollen oder Tränken der ihr bekannten Zauber in einem Wert von 1.200 GM (es handelt sich um die leicht abgewandelte Queste Schlurfersaft aus den Umschlaginnenseiten des Abenteuers; auf diese Weise hoffe ich auch noch ein paar andere der kommenden Quests auf Faura „umzubiegen“ zu können).

In der Zwischenzeit wurden die Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters interviewt und anschließend der Bevölkerung vorgestellt. Garth, seines Zeichens Erster Spion des Reiches, konnte zudem über einen geglückten Treuewurf herausfinden, dass Sion Poins Leuten Geld dafür anbietet, wenn sie ihn wählen! Immerhin möchte Sion gerne eine führende Position in Hauerburg für die Nachtschwingen in Restow sichern, sieht sich aber als Außenseiter gegenüber den anderen beiden, beim Volk beliebten Kandidaten. Zwar stellte Garth ihn zur Rede, konnte ihn aber aufgrund eines verpatzten Diplomatiewurfs nur dem Anschein nach davon überzeugen, von seiner Praxis Abstand zu nehmen.

Die Wahl zum Amt des Bürgermeisters fand dann am Vorabend der nächsten Ratssitzung statt. Meine Spieler hatten sogar über Ideen diskutiert, wie man verhindern kann, dass die Wahl manipuliert wird und mit rechten Dingen zugeht (Respekt hierfür!). Gewonnen hat letztlich der tatsächlich aussichtsreichste Kandidat, Aldus Escryk – Hauerburg ist somit eine Autokratie.

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