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Letztendlich haben wir es dann geschafft, meine Planungen für einen ausführlicheren Beginn von Teil 2 auch in die Tat umzusetzen. Insgesamt haben wir fast ein ganzes Wochenende lang am Epilog des ersten und am Prolog des zweiten Teils gespielt, und ich denke, dass es ein voller Erfolg war. Meine Spieler waren begeistert bei der Sache, die ihnen vorgestellten, möglichen Geldgeber zu befragen, ihre Angebote zu hören, mit ihnen zu diskutieren und dann den möglichen Wert des Handels für ihr neues Reich abzuwägen.

Teilweise wurden die Pros und Cons auch noch Out-Time während der gemeinsamen Mahlzeiten diskutiert – und das auch nicht nur rein „technisch“, also anhand des monetären Angebots und der daraus resultierenden Bedingungen, sondern auch „inhaltlich“, ob zum Beispiel die Organisation oder das Angebot auch mit den moralischen Vorstellungen der Reichsgründer übereinstimmen. Meiner Meinung nach gehörten diese beiden Spielsitzungen sicherlich zu den TOP-5 der bisher besten Königsmacher-Sessions.

Ein kurzer Abriss über die beiden Abende ist im Spielbericht in Strykes Tagebuch zu finden, genauer gesagt unter der Zwischenüberschrift Erste Kontake.

Nach ihrer Ankunft in Restow haben die Charaktere erst einmal versucht, eine Audienz bei den Schwertjunkern zu bekommen, wurden jedoch auf den nächsten Tag vertröstet – damit ich noch eine kleine Begegnung der Abenteurer mit Maegar Varn einbauen konnte. Ich wollte nämlich eine persönlichere Beziehung zwischen den beiden Gruppen etablieren, anstatt zu Beginn des dritten Teils mit der Überraschung zu starten, dass die Charaktere Nachbarn östlich der Berge besitzen. So konnte ich Maegar schon einmal vorstellen, ihn ein wenig über seine Aufgabe plaudern lassen, einen Friedensvertrag mit den Niemann-Zentauren zu erwirken, und der Hexenmeisterin der Gruppe schöne Augen machen … 😉

Während der Audienz mit den Schwertjunkern dankte Jamandi Aldori den SC zuerst für die Vollendung ihrer Aufgaben, den Hirschkönig zu besiegen sowie das Gebiet der Raublande zu kartieren und zu befrieden. Anschließend machte sie dann den Vorschlag, dass die SC zur Sicherung der brevischen Südgrenze dort ein neues Reich gründen sollen, schwor sie aber gleichzeitig auch darauf ein, dass die Schwertjunker nicht mit der Idee der Reichsgründung in Verbindung gebracht werden sollten – vielmehr sollten die Charaktere vorgeben, selbst diese Idee entwickelt zu haben …

Dies förderte natürlich einiges an Spekulation und Überlegungen an den Tag, letztendlich entschied man sich jedoch dafür, das Angebot der Schwertjunker anzunehmen. Jamandi Aldori gab den Charakteren noch zwei Hinweise mit auf den Weg – zum einen sollten sie sich an eine Adelige namens Lady Jerribeth Vellara wenden, welche sich auf dem politischen Parkett gut auskenne und den Charakteren sicherlich zum Beginn ihrer Karriere mit guten Hinweisen zur Seite stehen würde, zum anderen würde in zwei Tagen der jährliche Empfang des Bürgermeisters anstehen, zu dem viele interessante Gäste und potentielle Geldgeber geladen wären.

Auf ihrem Weg nach draußen wurden die Charaktere dann von einem zweiten Schwertjunker namens Vadim Aldori angesprochen, der zu einem etwas „gemäßigteren“ Arm der Organisation gehörte und einer Annäherung an die mivesichen Schwertjunker nicht abgeneigt war. Er versprach den Charakteren weitere Baupunkte, falls sie mit dem Exilbotschafter von Mivon sprechen und sich sein Angebot anhören würden …

Das eigentliche Bankett nahm dann auch einen Großteil der beiden Spielsitzungen im Beschlag – es dauerte doch eine Weile, bis die Charaktere mit allen potentiellen Geldgebern gesprochen und ihre Angebote abgewogen hatten. Ich habe hier die meisten der Fraktionen auftauchen lassen, mit Ausnahme der Nachtschwingen, des mivesichen Botschafters und der Kirche des Hanspur.

Letztere beiden konnten die Charaktere dann am nächsten Tag in einem Hinterzimmer einer eher zwielichten Kneipe am Restower Flusshafen treffen. Den Vertreter der Diebesgilde habe ich nachts im Zimmer des Schurken der Gruppe auftauchen lassen, wo er diesem sein Angebot unterbreitete.

Nach langer Diskussion (die Out-Time ungefähr eine Woche andauerte und erst während der ersten Hälfte der nächsten Spielsitzung ihren Abschluss fand) haben sich die Charaktere dann auf die folgenden Geldgeber geeinigt:

  • Schwertjunker zu Restow (nur das Angebot von Jamandi Aldori): 11 BP
  • Stadt Restow: 5 BP
  • Kirche Erastils: 15 BP
  • Haus Medwjed: 6 BP
  • Haus Orlowski: 7 BP
  • Händlergilde zu Restow: 8 BP
  • Gezahnte Legion: 5 BP
  • Nachtschwingen: 18 BP

Hinzu kam noch ein Startkapital in Höhe von 7 BP, das die Charaktere aus eigenen Ressourcen der Staatskasse hinzufügten (im Großen und Ganzen die Schätze, die sie im Keller des Forts des Hirschkönigs gefunden hatten). Somit stand ihnen ein anfängliches Startkapital von stolzen 82 BP zur Verfügung (im Gegensatz zu den 50 BP, den der Abenteuerpfad vorgibt).

Im Gegenzug haben sich die Charaktere dazu verpflichtet …

  • ein rechtschaffen gutes, rechtschaffen neutrales oder neutral gutes Reich zu führen,

  • innerhalb von sechs Monaten Botschafter mit Restow und Steinstieg und innerhalb eines Jahres mit Adlerwacht auszutauschen,

  • in der Hauptstadt innerhalb von drei Monaten einen Laden, innerhalb von sechs Monaten ein Wirtshaus, innerhalb von neun Monaten einen Schrein zu Ehren Erastils, innerhalb eines Jahres einen Marktplatz, innerhalb von 18 Monaten ein Luxuswarengeschäft und innerhalb von zwei Jahren einen Schwarzmarkt zu bauen,

  • innerhalb von 18 Monaten eine Straßenverbindung von ihrer Hauptstadt nach Restow zu errichten und darüber, innerhalb von drei Monaten nach dem Bau des Luxuswarengeschäftes, eine Handelsroute für Luxusgüter einzurichten,
  • innerhalb von zwei Jahren eine Ortschaft am alten Elchtempel zu gründen und weitere sechs Monate später den Elchtempel wieder aufzubauen,

  • einen Anhänger des Erastil zum Hohepriester zu ernennen, ein Mitglied der Händlergilde zu Restow als Kämmerer und einen von der Diebesgilde zu Restow ernannten Kandidaten als Vollstrecker zu akzeptieren sowie dem Haus Medwjed ein Mitspracherecht bei der Besetzung des Amtes des Landvogtes zuzugestehen,

  • keine Baupunkte zum eigenen Profit aus der Schatzkammer zu entnehmen, die Besteuerung nicht auf erdrückendzu setzen und mindestens einen Feiertag pro Quartal abzuhalten,

  • die Handelsposten-Charta zu übernehmen, womit das Reich der SC für den Schutz von Olegs Handelsposten zuständig wird,

  • innerhalb von fünf Jahren zu heiraten,

  • Noleski Surtowa offiziell nicht als rechtmäßiger König von Brevoy anzuerkennen, sondern vielmehr kein Abkommen mit Haus Surtowa (und am besten auch keine Abkommen mit den Häusern Lebeda und Lodowka) zu schließen,

  • ein Gesetz zum Schutz der Territorien der Feen zu erlassen und zusichern, dass Operationen der Diebesgilde nicht der Strafverfolgung unterliegen.

Ein volles Programm …!

Am meisten hat es mich überrascht, dass die Spieler sich dazu entschieden haben, gemeinsame Sache mit der Diebesgilde zu machen. Aus Perspektive der Story ist dies für mich als SL natürlich genial, da hier einiges an Konflikten vorprogrammiert ist, wenn die Nachtschwingen erst mal im Reich der Charaktere ihre „Arbeit“ aufnehmen – insbesondere, da der Gilde Kesten Garess als gesetzestreuer Marschall gegenüberstehen wird!

EDIT: Ich sehe gerade, dass Kesten Garess von chaotisch neutraler Gesinnung und damit eher weniger gesetzestreu ist. Er wird sich wohl gerne an den Geschenken der Diebesgilde bereichern und mehr als ein Auge zudrücken …

Und obwohl sie im Vorfeld beteuert haben, bezüglich der Frage des rechtmäßigen brevischen Herrschers neutral bleiben zu wollen, haben sie mit der Wahl ihrer Sponsoren schon sehr klare politische Stellung bezogen (haben sie doch der Fraktion um die Häuser Orlowski, Garess und Medwjed den Vorzug vor der Achse Surtowa-Lebeda-Lodowka gegeben und sich mit der Gezahnten Legion auch noch die Überreste der paramilitärischen Geheimpolizei des Hauses Rogarwia mit ins Boot geholt).

Es kann also spannend werden, was politische Konflikte angeht!

EDIT: Link korrigiert.