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Weiter geht es mit meiner Vorbetrachtung des zweiten Teils des Königsmacher-Abenteuerpfades für Pathfinder, Rote Flüsse.

Auch an anderen Stellen bereitet mir die Reichsgründung noch ein paar Kopfschmerzen. Zum einen sind dort die Regierungsämter zu nennen – 11 Stück gibt es davon zu besetzen, neben den vier SC meiner Gruppe bleiben also vorerst sieben Stühle unbesetzt. Leider hat jede Vakanz negative Auswirkungen auf das Reich in Form von (teils massiven) Abzügen auf die drei Attribute des Königreiches (Stabilität, Treue und Wirtschaft), so dass es äußerst unklug wäre, diese Positionen unbesetzt zu lassen. Leider steuert der Abenteuerpfad sehr wenige NSC bei, die diese Posten besetzen könnten – nach Kesten Garess, Djod Kavken (oder entsprechend in meiner Kampagne Cindiell Tarreth) und Akiros Ismort, die für einige Ämter recht gut geeignet sind, wird die Luft schon dünn. Man könnte noch Oleg und Swetlana Leveton rekrutieren, aber danach wird es mit dem verrückten Bokken, Kobold-Häuptling Rußschuppe oder gar ehemaligen Banditen bereits recht … grotesk …

Zwar liefert der zweite Band noch ein paar weitere Vorschläge, diese sind jedoch durchweg absurd – zumal die genannten NSC auch erst im Verlaufe der weiteren Erkundung der Raublande auftauchen, also (wie wir beim letzten Mal gelernt haben) erst nach frühestens einem Jahr. Allerdings wäre es der Todesstoß für jedes Reich, die entsprechenden Positionen im Rat für eine so lange Zeit unbesetzt zu lassen. Folglich: es müssen mehr NSC her! Viel mehr!

Inhaltlich finde ich den Beginn des zweiten Teils eher mau, und er kränkelt meiner Meinung nach an den gleichen Symptomen, wie bereits der Beginn von Teil eins. Nach dem Sieg über den Hirschkönig bekommen die Charaktere eine neue Charta zugesandt, in welcher die Schwertjunker sie dazu berufen, in den Kamelanden ein neues Reich zu gründen, zusammen mit 50 Baupunkten (die regeltechnische Währung für die Reichsverwaltung). Finde ich persönlich ein wenig platt – da kann man sicherlich einiges mehr rausholen. Immerhin ist es für die Schwertjunker sicherlich auch eine wichtige Sache, ein solches Mandat für eine Reichsgründung zu vergeben – und das macht man dann über ein schlichtes Schreiben? Und was ist mit der brevischen Politik, die im ersten Band groß angekündigt wird, dann aber plötzlich gar keine Rolle mehr spielt? Und woher kommen plötzlich die 50 Baupunkte, immerhin ein Gegenwert von 50.000 GM?

Im Internet – insbesondere in den Foren bei paizo – kursieren so einige Ideen, wie man dies besser machen kann. Ich werde einige dieser Vorschläge übernehmen und meine Charaktere daher erst einmal nach Restow zurückschicken – mehr dazu in den folgenden Blogposts.

Die Hexploration auf der anderen Seite sieht auf den ersten Blick nach solider Handwerksarbeit aus. Es gibt wieder sehr abwechslungsreiche Begegnungen, die in den verschiedenen Hexfeldern der Narlmark und der Kamelande angesiedelt sind, und einige davon hängen wieder (mehr oder weniger lose) zusammen. Es gibt diesmal mehr Dungeons, als im ersten Teil, die zudem etwas größer und auch mit mehreren unterschiedlichen Monstern „gefüllt“ sind, was sie in meinen Augen etwas gefährlicher und anspruchsvoller macht, als die Dungeons im ersten Teil. Dafür gibt es auf der anderen Seite wieder ein paar Begegnungen, die für eine Gruppe aus Charakteren der 4. Stufe zu einfach wirken, wenn man bedenkt, dass weiterhin das „nur eine Begegnung pro Tag“-Credo gilt.

Was allerdings wieder eher negativ auffällt, sind die Nebenquests in den Umschlag-Innenseiten. Aufgaben mit dem Tenor „Geht hin und tötet Monster X“ sind zwar nicht sonderlich innovativ, aber da lässt sich sicherlich mit leben und sind nicht Ursache meiner Kritik. Es sind eher Sätze wie „Das Königreich belohnt die Helden, die Monster XY töten, mit 1.200 GM“, die mich die Stirn runzeln lassen. Das kann in anderen Abenteuern Sinn machen, aber hier sind die Spielercharaktere das Königreich! Sollen sie sich etwa selbst für ihre Quest belohnen? Geht’s noch? Schade auch, dass die meisten Belohnungen monetärer Natur sind – Belohnungen, die das Königreich voranbringen, wären eine Alternative gewesen.

Hier muss also auch noch mal einiges an Arbeit reingesteckt werden …!