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Der zweite Teil des Pathfinder-Abenteuerpfades Königsmacher, Rote Flüsse, besteht grob aus zwei verschiedenen Themen – zum einen handelt es sich wieder um eine typische Hexploration, bei welcher das unbekannte Gebiet jenseits des Stinkers erkundet werden kann, zum anderen bauen die SC jetzt ihr eigenes Reich auf. Es kommt also ein neues Regel-Subsystem hinzu, welches sich mit Ein- und Ausgaben des Reiches und dessen Verwaltung, Ausbau, Vergrößerung und Verteidigung beschäftigen.

Und obwohl dies der Part ist, auf den ich mich am meisten freue (immerhin unterscheidet dies den Königsmacher-Abenteuerpfad von anderen Abenteuerpfaden und war mit einer der Gründe, warum die Wahl seinerzeit auf Königsmacher fiel), ist es doch auch der Part, der mir am meisten Kopfschmerzen bereitete.

Zuerst einmal habe ich mir überlegt, wie ich denn die Spielzüge präsentieren soll, mit denen die Charaktere über die Geschicke ihres Reiches entscheiden – laut den Reichsverwaltungsregeln dauert ein solcher Spielzug einen Monat. Ich benutze übrigens den vollen Regelsatz aus den Ausbauregeln IV: Kampagnen inklusive aller Optionalregeln, anstatt der Regeln aus dem Abenteuerpfad, und habe mich dazu entschieden, auch die Regeln für die Armeen sofort mit aufzunehmen, anstatt bis zum vierten bzw. fünften Teil zu warten. Ich möchte aber ungern diese Verwaltung komplett auf der Meta-Ebene stattfinden lassen, wo sich nur die Spieler anhand der Regelmechaniken entscheiden, was sie machen, wohin sie expandieren, was sie bauen usw.

Daher habe ich mich dazu entschieden, dass jeden Monat eine Ratssitzung stattfindet, bei der alle Amtsträger anwesend sind. Dort wird dann (in-character) diskutiert und Entscheidungen werden eher anhand der Story und der Bedürfnisse des Reiches und der Bevölkerung getroffen, ohne groß auf die Regelmechaniken zu gucken, die im Hintergrund zurückbleiben. Auch die NSC-Mitglieder des Rates können so ihre Meinung kundtun und haben natürlich ganz eigene Ideen und Vorstellungen, wie sich das Reich entwickeln soll. Sie gucken daher vorwiegend auf diejenigen Gebäude, Verbesserungen oder Erlasse, die für ihre eigene Arbeit interessant und wichtig sind. Die Dinge, die dann entschieden werden, werden anschließend im Verlaufe des Monats von den Mitgliedern des Rates umgesetzt (und ändern dann den „Charakterbogen“ des Reiches für den nächsten Monat).

Das Abenteuer schlägt nun allerdings vor, dass sich die Charaktere erst einmal ein ganzes Jahr lang nur mit ihrem Reich beschäftigen, bevor sie weiter auf Erkundung der Raublande ausziehen. Dies hat wohl vor allem den Hintergrund, dass es mehrere Begegnungen gibt, die in der Hauptstadt des Reiches angesiedelt sind – und daher sollte diese schon eine bestimmte Größe aufweisen. Hier stehe ich nun vor dem ersten Dilemma: klar könnte ich für dieses erste Jahr eine Ratssitzung nach der anderen „herunterreißen“, ich denke aber, dass hierbei zu viel Potential verschenkt wird. Immerhin kann zwischen den Ratssitzungen sicherlich noch so einiges passieren – und nicht nur Ereignisse, die im Rahmen der Reichsverwaltung ausgewürfelt wurden. Die Welt steht in diesem einen Jahr definitiv nicht still, und es gäbe sicherlich einige Möglichkeiten, auch die persönlichen Plots der Spielercharaktere ein wenig fortzuführen.

Die Frage ist nun, in welchem Tempo das Ganze vonstattengehen kann. Ich habe mir überlegt, die Zeit zwischen den Ratssitzungen mit jeweils einer bis maximal drei kleinen Begegnungen oder Ereignissen aufzufüllen, die über den Monat verteilt sind. Meine Befürchtung ist jedoch, dass dies jeweils eine ganze Spielsitzung füllen könnte – und bei durchschnittlich einer Spielsitzung pro Monat sind wir dann für das eine In-Game-Jahr auch Out-Game ein ganzes Jahr beschäftigt, und das ist definitiv zu lang! Ich werde also mit der Geschwindigkeit ein wenig experimentieren müssen, um hier ein gutes Pacing zu finden.