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Im April kommen die Fragen zum Blog-O-Quest von runway61rpg-blog-o-quest_logo3Unter der Überschrift „Schwerter und Kanonen“ geht es um des Rollenspielers wahrscheinlich liebstes Kind, nämlich Waffen. Weitere Infos zur Blog-O-Quest gibt es im Startbeitrag.

Bevor es aber richtig losgeht stellt runway61 noch zwei Fragen zu meinem Hintergrund, damit man meine Antworten besser einordnen kann. Also los:

a. Welches Regelwerk spielst du am liebsten / am häufigsten? Der treue Leser weiß bereits, dass ich seit Jahren hauptsächlich Pathfinder spiele und auch davor eher aus der D&D-Ecke komme.

b. Beschäftigst du dich auch sportlich mit Waffen? Zum Beispiel Bogenschießen, Kendo oder bist du Sportschütze? Kurze Antwort: Nein.

Und hier nun die eigentlichen Fragen:

1. In DnD unterscheiden sich die einzelnen Waffen fast nur durch ihren Schadenswürfel, in Splittermond hat eine Waffe mehr Stats als Charaktere in anderen Systemen. Shadowrun hat ganze Waffenbücher während es in Fate Core kaum einen Unterschied macht, ob man mit Fäusten, Schwertern oder schweren Maschinengewehren kämpft. Wie wichtig sind dir viele verschiedene Waffen? Wie lange ist die ideale Waffenliste? Hier muss wohl eine sehr schwammige Antwort her: das kommt darauf an …

Eigentlich hätte ich gerne eine lange Waffenliste, damit ich eine Waffe wählen kann, die zu meinem Charakter passt (siehe auch meine Antwort auf Frage 3). Sollten sich die Statistiken dieser Waffen aber nicht unterscheiden und sie nur einen unterschiedlichen Namen haben, dann reichen auch grobe Kategorien wie „leichte Waffe“ oder „Pistole“ vollkommen aus, wie es teilweise in Fate Core gemacht wird. Schön wäre also, wenn sich unterschiedliche Waffen auch merklich voneinander unterscheiden, indem sie zum Beispiel spezielle Kampfmanöver erlauben (oder unterstützen), unterschiedlichen Schaden verursachen oder in anderen Statistiken voneinander abweichen. Aber zu sehr ins Detail braucht es dann auch nicht zu gehen – ich brauche auf der anderen Seite auch keine Liste von 10 Pistolen, die sich marginal in Magazingröße, Rückstoß, Feuerfrequenz oder einfach nur Kaliber unterscheiden.

2. Die Artussage wäre nicht komplett ohne das Schwert Excalibur. Hat in deiner Rollenspielerfahrung schon mal eine Waffe eine ganz zentrale Rolle gespielt? In meiner laufenden Pathfinder-Runde (wir spielen den „Königsmacher“-Abenteuerpfad) wird ja später (Achtung: Spoiler!) eine Waffe noch eine entscheidende Hauptrolle spielen, aber so weit sind wir noch nicht – ich bin also mal gespannt, wie dies funktionieren wird. Ansonsten könnte ich mich nicht daran erinnern, dass wir mal eine Waffe in einer „Hauptrolle“ gesehen haben. Sie geben natürlich klassische McGuffins ab („geht hin und sucht das Schwert X, welches als einziges in der Lage ist, Gegner Y zu töten“) oder sind beliebte Erbstücke von irgendwelchen Ahnen verschiedenster SC (und liefern so ein wenig Flair oder Hintergrund). Oder sie waren sogar spannende NSC – in einer meiner Kampagnen hatte der Schurke mal ein intelligentes Schwert gefunden, welches die Seele eines anderen, unglücklichen Schurken in sich band und das in den unmöglichsten Situationen einen besserwisserischen Kommentar zu den Aktivitäten seines Besitzers losließ …

3. Dein Wüstenkrieger ist fertig erstellt, fehlt nur noch die Ausrüstung. Ikonisch wäre als Waffe natürlich ein Krummsäbel, aber die Wikingeraxt macht viel mehr Schaden! Wie sehr gerätst du in Versuchung? Gar nicht. Ich wähle eine Waffe, die zu meinem Charakter passt, anstatt die Waffe nach ihren Statistiken auszuwählen. Ich habe bei der Erschaffung ja meist ein Bild im Kopf, das ich umsetzen und spielen möchte, und da gehört die Waffe natürlich zum Gesamtbild dazu. Wenn ich jemanden spielen möchte, der mit seiner Wikingeraxt ordentlich „wumm“ macht, dann spiele ich einen Wikinger und keinen Wüstenkrieger …

4. Feuerwaffen in Fantasy/Fäntelalter-Settings finde ich nicht von vornherein schlecht, weil sie dem Setting doch eine neue Nuance mitgeben können. Allerdings muss es irgendwie passen – in ein klischeehaftes Piratensetting passt es besser als in eine Welt, die eher „dark and gritty“ ist, und in der Hand von Zwergen oder Gnomen (ach Du Schreck!) passen sie auch besser, als wenn Magier damit herumwirbeln. Außerdem sollte es noch etwas besonderes sein, solch eine Waffe zu besitzen – ganze Armeen mit Musketen muss ich dann in reiner Fantasy auch nicht haben.

5. Egal ob Bogen oder Sturmgewehr: wie haltet ihr es in euren Runden mit der Munition? Wird der Verbrauch nachgehalten? Muss neue Munition gekauft / gebaut / gelootet werden? Ja, in unseren Runden wird akribisch nachgehalten, wie viel Munition die Charaktere noch besitzen, und sie müssen auch regelmäßig dafür sorgen, dass sie ihre Munition auch wieder auffüllen, sei es im Laden oder durch „looten“ gefallener Gegner. Eine meiner Spielerinnen beherzigt sogar die Regel, dass 50% der verschossene Pfeile, die nicht getroffen haben, wiederverwendet werden können, und würfelt nach jedem Kampf fleißig darauf …

Aber wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke, kann ich mich eigentlich an keine Situation erinnern, in welcher es wirklich mal relevant gewesen wäre, über wie viel Munition die Charaktere noch verfügen. Das wäre ja höchstens spannend, wenn Munition mitten im Kampf zur Neige gehen würde, oder wenn sie eine begrenzte Ressource wären, wie in vielen postapokalyptischen Settings.

Bonusfrage: Die ungewöhnlichste Waffe, mit der einer meiner (N)SCs je einen Gegner überwältigt hat, war eine legendäre Erfindung meines langjährigen AD&D-Charakters Garx Beebleblox. Ich weiß die genauen Umstände nicht mehr, aber wir waren ohne Ausrüstung in einem Verlies gefangen und mussten uns befreien. Dummerweise stießen wir auf einen Aaskriecher – ihr wisst, diese fiesen Dinger, die mit ihren acht Tentakeln zwar keinen Schaden machen, aber ihre Opfer lähmen können. Mit viel Glück haben wir es geschafft, das Monster zu besiegen, woraufhin sich mein erfindungslustiger Gnom fragte, wie lange wohl die lähmende Wirkung der Aaskriechertentakeln auch nach dessen Tod noch anhalten würde. Kurzerhand trennte er die Tentakeln ab und band sie an den Griff einer alten Waffe, die wir gefunden hatten und – tada! – fertig war der Tentakl-O-mat(TM).

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