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Ich hänge mal wieder mit meinen SL-Kommentaren zum Königsmacher-Abenteuerpfad hinterher. Der Spielbericht zu Episode 9, wie immer aus Sicht von Stryke, dem Halbork-Kämpfer geschrieben, ist immerhin schon mehr als zwei Wochen online.

Es ging also in das Versteck der Winzlinge unterhalb der alten Platane. Ich hatte im Vorfeld in einigen Spielberichten gelesen, dass dies ein recht schwerer Dungeon sei – in einem Bericht war es sogar zu einem Beinahe-TPK gekommen. Dementsprechend gespannt war ich, wie sich meine Truppe hier schlagen würde, denn immerhin scheinen die Dungeons des Abenteuerpfades die wenigen Bewährungsproben für die SC zu sein – sonst heißt es schließlich immer, man solle die Charaktere mit maximal einer Begegnung pro Tag konfrontieren, und hier sitzt gleich ein ganzer Stamm Feenwesen mit Haustieren auf engstem Raum. Ich hatte daher auch im Vorfeld die Spieler dezent vorgewarnt, dass es „knackig“ werden könnte.

Dementsprechend vorsichtig sind die Spieler vorgegangen. Daher haben wir für das Versteck der Winzlinge auch drei Abende zu je schätzungsweise 2-3 Stunden benötigt, was ich im Nachhinein als recht viel empfinde – zumal sich die Vorsicht der Charaktere im Nachhinein als unbegründet entpuppte. Selbst der Abzug von ‑2 auf alle Angriffe der SC innerhalb der Höhle aufgrund der niedrigen Deckenhöhe konnte den Winzlingen nicht zum Vorteil gereichen.

Die Kämpfe waren sehr ungleich, vor allem der Halbork mähte durch die Winzlinge wie durch Butter (bei 7 Punkten Minimalschaden fällt selbst die Schadensreduzierung der Feenwesen nicht mehr ins Gewicht). Im Gegenzug konnten die Angreifer nur einen einzigen ihrer Unheil-Zauber landen und auch sonst hielt sich ihr Schadensoutput mit gefühlten zwei Schadenspunkten pro Runde in Grenzen. Extremes Würfelglück sorgte dann noch dafür, dass Stryke bei Kitzelrücken einen kritischen Treffer landen und Schaden jenseits von Gut und Böse verursachen konnte.

Was leider nicht mir, sondern nur einem meiner Spieler aufgefallen war, ist die vergleichende Beschreibung von Kitzelrücken, der als „so groß wie ein Grottenschrat“ tituliert wurde. Daraus wurde gefolgert, dass die Decke in der Höhle des Häuptlings höher sein müsste, als im Rest des Verlieses, so dass hier der Abzug von ‑2 wegfallen müsste …

Nach dem unsäglichen Tod von Grabscher und Kitzelrücken (beide wurden ohne große Gegenwehr dem Erdboden gleichgemacht) flohen die anderen Winzlinge. So konnten die SC letztendlich die Statue des Alten Scharfzahns an sich nehmen.

Der Kampf gegen den Riesenpeitschentausendfüßler entpuppte sich ebenfalls nicht als ernsthafte Bedrohung (er konnte genau einen Angriff ausführen, bevor er starb). Die Abenteurer befreiten Mikmek, den gefangenen Kobold, der ihnen auch prompt die Geschichte über die gestohlene Statuette erzählte und vorschlug, mit Tartuk, dem Schamanen seines Stammes, über eine Belohnung für dessen Rückgabe zu verhandeln. An dieser Stelle verhielten sich meine Spieler dann (für mich und wahrscheinlich auch für den Autor) überraschend, weil sie zwar einwilligten, mit dem Schamanen zu sprechen, Mikmek aber verheimlichten, dass sie die Statuette bereits gefunden hatten …! Damit konnte der vom Autor vorgesehene Hinweis auf die verquere politische Lage im Koboldstamm nicht zünden; ich habe Mikmek daher zumindest schon mal andeuten lassen, dass der Schamane Kobolde opfert.

Dass die Abenteurer dann noch für die nächste Nacht einen Hinterhalt für die zurückkehrenden Winzlinge legten, war eine weitere interessante Wendung. Hier erwiesen sich die aus den Begegnungen C bzw. E mitgenommenen Bärenfallen als äußerst nützlich. Als diese zuschnappten, machte sich Stryke zuerst alleine auf den Weg zurück zur Platane (das Lager der SC war gut 200 Meter vom Verlies entfernt), und erst später schlossen sich Lialda und Korva an, während der Halbling im Lager zurückblieb.

Strykes Vorsprung war groß genug, um es mit 14 Winzlingen aufnehmen zu können, bevor die anderen den Ort des Geschehens erreichten. Vom spielleiterischen Aspekt war die folgende Szene ziemlich unterirdisch, weil für eine gefühlte Stunde Realzeit (so lange hatte der Kampf gedauert) das Spotlight einzig und allein auf Strykes Spieler lag, während zwei der anderen Spieler eigentlich nur ausrechnen konnten, wie weit ihre Charaktere noch vom Kampf entfernt waren, und der vierte Spieler gar nichts beitragen konnte.

Dies war mir durchaus bewusst, ich habe den Kampf aber trotzdem komplett ausgespielt, weil ich wissen wollte, ob und wie sich ein einzelner Kämpfer der 2. Stufe gegen eine Übermacht an Winzlingen behaupten kann, auch um zukünftige Begegnungen vielleicht besser einschätzen zu können. Das Ergebnis war einerseits erschreckend, weil der Halbork ohne große Gegenwehr durch die Menge der Gegner ging, während diese mit allen möglichen Tricks und unter Benutzung von zig Flankenboni und ähnlichem kaum einen Treffer landen konnten – und selbst wenn, lag ihr Output zwischen maximal zwei Punkten Schaden und minimal einem Punkt nicht-tödlichem Schaden. Stryke konnte 11 der 14 Winzlinge im Alleingang töten, ohne groß in die Bredouille zu kommen – er ist unter den Kobolden nun als der „der ALLEINE den Krieg gegen die Winzlingen beendet hat“ bekannt.

Die Szene hatte andererseits einen schönen Nebeneffekt – das Vertrauen der Spieler in die (kämpferischen) Fähigkeiten ihrer Charaktere ist enorm gewachsen, was man in der folgenden Spielsitzung im Hort der Kobolde gemerkt hat.

Alles in allem fand ich den Dungeon sehr gut aufgebaut – der dreidimensionale Aufbau, der nur mittels Klettern überwunden werden konnte, die niedrige Deckenhöhe, die mittelgroße Wesen einschränkte, die einzelnen Szenen mit den Winzlingen und die fiese Falle mit dem Riesenpeitschentausendfüßler haben mir gefallen. Ich fand ihn aber bei weitem nicht so gefährlich, wie in einigen Berichten beschrieben.

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