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Drüben beim Würfelheld wurden gerade die Ergebnisse in der Kategorie „Unter den Städten“ des Winter-OPC 2015/2016 bekanntgegeben. Ich hatte dort ebenfalls einen Beitrag eingereicht, der es sogar bis auf die „Nominierungsliste der Jury“ geschafft hat, also fand mindestens einer der Juroren meinen One-Pager gut genug, um ihm einen Punkt zu geben … Darüber freue ich mich natürlich, und wie jedes Jahr möchte ich den Beitrag, ein kurzes Abenteuer für Savage Worlds Rippers, auch auf meinem Blog veröffentlichen.

Logo_RSPKarneval_500px_Druck_pinkGleichzeitig möchte ich das Abenteuer dem Karneval der Rollenspielblogs widmen, welcher in diesem Monat von Clawdeen ausgeschrieben wurde und sich um das Thema „Unter Druck“ dreht. Das passt sehr gut, denn in dem kleinen Abenteuer stehen die Ripper enorm unter Zeitdruck — sie müssen innerhalb von drei Stunden entweder 1.000 Pfund Sterling auftreiben oder die Entführung eines U-Bahn-Zuges der Circle Line verhindern.

Hierzu noch ein paar Tipps, wie man den Druck auf die Charaktere bzw. deren Spieler aufrecht erhalten kann (in der Vergangenheit hatte ich schon häufiger Abenteuer gespielt, die unter Zeitdruck stattfanden; leider hatte ich hier die verstrichene Zeit nicht stringent nachverfolgt, so dass das Szenarien ziemlich „verwaschen“ wirkte). Ich benutze jetzt einen einfachen Zettel, einen schwarzen und einen roten Stift sowie eine Stoppuhr (bzw. einfach eine entsprechende App auf dem Smartphone).

  • Auf dem Zettel wird zuerst in schwarz (recht groß und für alle am Tisch sichtbar) die noch verbleibende Zeit notiert, im Falle des vorliegenden Abenteuers also 3:00 Stunden. Es macht aus meiner Sicht übrigens dramatisch mehr her, die noch verbleibende Zeit aufzuschreiben und diese herunterzuzählen, als andersherum die Uhrzeit aufzuschreiben, zu der etwas passieren wird, und dann hochzuzählen. Auf diese Weise wirkt das Ganze mehr wie ein Count-Down, an dessen Ende die Bombe explodiert …
  • Befinden sich die Spieler „in character“, so läuft die Stoppuhr mit – schmieden die Spieler 15 Minuten lang Pläne, wie sie weiter vorgehen, so vergehen auch in der Spielwelt 15 Minuten; diskutieren sie 10 Minuten lang mit einem Polizisten, vergehen auch in der Spielwelt 10 Minuten. Am Ende der Szene wird die Zeit auf der Stoppuhr von der Restzeit auf dem Zettel abgezogen.
  • Um die Spieler noch mehr unter Druck zu setzen, läuft auch bei Off-Topic-Gesprächen die Uhr – diskutieren sie 10 Minuten über einen Film, so vergeht auch in der Spielwelt die gleiche Zeit.
  • Haben die Spieler Aktionen vor, die normalerweise im Zeitraffer geschehen (zum Beispiel „ins Hauptquartier fahren“ oder „eine Draisine bauen“), so sage ich im Vorfeld, wie lange ihre Charaktere dafür wahrscheinlich brauchen werden, damit die Spieler abschätzen können, ob sie diese Zeit tatsächlich aufbringen können und auch wollen.
  • In fast allen Fällen lasse ich die Spieler dann würfeln – und nicht nur, wenn zu prüfen ist, ob ihr Plan erfolgt hat, ob sie also die Draisine gebaut bekommen oder eben nicht. Selbst wenn sie „nur“ ins Hauptquartier fahren wollen, ist ein Wurf auf „Orientierung“ oder „Ortskenntnis“ fällig – bei Erfolgen sind sie schneller, bei einem Misserfolg eben langsamer. Der Verkehr im Viktorianischen London ist eben tückisch! Ist auch eine gute Gelegenheit, ihnen die Bennies aus der Tasche zu ziehen …
  • Anders herum natürlich bei Kämpfen, die ja in Zeitlupe ablaufen, wo dann also eine Stunde Realzeit gerade einmal ein paar Minuten in der Spielwelt entsprechen.
  • Alle diese Aktionen setzen entsprechend den Countdown nach unten. Als zusätzliches Element, welches die Dramatik steigert, wechselt die Farbe, mit welcher die verbleibende Zeit aufgeschrieben wird, irgendwann von schwarz auf rot – im vorliegenden Fall zum Beispiel, wenn die Marke von einer Stunde unterschritten wird.

So, jetzt aber genug gefaselt, hier endlich der One-Pager Rippers – Circle Line, der auch auf der Download-Seite zu finden ist. Viel Spaß, und über Feedback würde ich mich freuen.