Schlagwörter

, , , ,

Wie gestern schon beschrieben bezieht man natürlich laufend Inspiration aus jedem Film, jedem Buch, jeder Fernsehserie, jedem Computerspiel und vielen mehr, aber da hier die Frage danach gestellt wurde, was den am meisten Inspiration gegeben hat, muss ich mich hier wohl auf David Eddings‘ „Belgariade“ (Die Sage vom Auge Aldurs) beschränken. Es war der zweiter Fantasy-Zyklus, den ich, nach dem „Herrn der Ringe“ überhaupt gelesen hatte, und er hat mich damals vollkommen weggehauen. Wer es nicht kennt: es geht um eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Protagonisten, angeführt von einem 8.000 Jahre alten Magierund seiner Tochter, die einer uralten Prophezeiung zu einem epischen Ziel folgen, nämlich einen schlafenden Gott daran zu hinder, wieder aufzuwachen.

Seither schwelt in mir die Idee, eine Rollenspielkampagne aufzubauen, in der es um eine eben um eine uralte Prophezeiung geht, in welcher die Charaktere im Mittelpunkt stehen und der sie folgen müssen. Insgesamt hat es dann aber etwa 20 Jahre gedauert, bis ich diese Idee wirklich umsetzen konnte, seither spielen wir die „Das Buch von Al’Barak“-Kampagne. Das namensgebende Buch enthält die besagte Prophezeiung, in welcher es darum geht, dass sich das Böse auflehnen und die Welt zerstören will, und dass die Spielercharaktere (die „Auserwählten“) die einzigen sind, die dies verhindern können.

Allerdings musste ich einen kleinen dramaturgischen „Trick“ anwenden, da ich kein Interesse daran hatte, die komplette Prophezeiung von vorne bis hinten bereits fertig geschrieben zu haben (dies wäre nicht nur ein immenser Aufwand gleich zu Beginn gewesen, es wäre natürlich auch Railroading vom feinsten und irgendeiner meiner Spieler wäre bestimmt schon auf die letzte Seite gesprungen um die gucken, worum es eigentlich geht). Daher ist das Buch in unbekannten Symbolen verfasst, welche sich erst in lesbare Schriftzeichen verwandeln, wenn die vorherige Seite des Buches „abgearbeitet“ wurde. So ist es dann analog zur Belgariade, wo sich der Inhalt der Prophezeiung auch erst nach und nach dem Leser offenbart (obwohl sie den Protagonisten natürlich bekannt ist).

Allerdings hat es sich manchmal als recht schwierig herausgestellt, die Prophezeiung zu schreiben, da sie auf der einen Seite natürlich umschreiben muss, was die Charaktere als nächstes machen sollen und ihnen ein paar entsprechende Hinweise gibt, ihnen auf der anderen Seite aber genug Freiraum gibt, selbst Entscheidungen zu treffen. Das ist oft eine schwierige Gradwanderung, die mich in letzter Zeit dazu veranlasst hat, das Buch ein wenig in den Hintergrund zu rücken.