Schlagwörter

, ,

Das ist gar nicht so lange her, denn es handelt sich hierbei um meinen Charakter, den ich für unsere Rippers-Proberunden verwendet hatte: Dr. Godfrey Phillip „Phil“ Irving Canterbury.

Angelegt war er als englischer Gentlemen, welcher eine abgeschlossene Promotion in Chemie hat – mit dem Ziel, arkaner Chemiker zu werden, um die erlegte Beute zu plündern und daraus Tränke und Tinkturen brauen zu können. Er hatte zusätzlich noch den Vorteil „Partylöwe“, war also auf allen gesellschaftlichen Anlässen in London ein gerngesehener Gast und kannte die High Society der Stadt.

Abgerundet wurde das Ganze durch ein paar Fertigkeiten im Kämpfen, aufgrund einer kurzen Karriere in der britischen Armee, und natürlich mit sozialen Fertigkeiten. Ein abgerundetes Paket also, ohne in einem Punkt wirklich hervorzustechen.

Was mir an dem Charakter sehr schwer fiel, und wo er sich dann schlechter spielte als auf dem Papier, war dann … nicht die Tatsache, dass er nicht spezialisiert genug war, dadurch im Kampf nichts „reißen konnte“ oder bei der Extraktion von Muskelgewebe aus erlegten Gegnern regelmäßig versagte, nein, es war … ausgerechnet der „englische Gentleman“! Ich habe den teilweise einfach nicht überzeugend hinbekommen – man hat ja das Klischee des anzugtragenden, Zigarre rauchenden, gesetzteren Herren im Hinterkopf, der immer tadellose Umgangsformen hat und sich immer gediegen und überkorrekt ausdrückt. Nun, mit den letzten beiden Punkten hatte ich so meine liebe Mühe.

Im Nachhinein habe ich noch gedacht, dass es schon komisch ist – in einen Zwergenkämpfer, einen verrückten Magier, einen abgedrehten Gnom oder anderes, eigentlich überhaupt nicht real existierendes Zeugs kann man sich nach all den Jahrzehnten Fantasy ohne Mühen, ohne mit der Wimper zu zucken, eindenken, aber bei einem englischen Gentleman aus einer Zeit vor 120 Jahren ist das auf einmal total schwer. Und dabei ist England um die Ecke …!