Schlagwörter

, , ,

Wow. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit einem TPK!

Da möchte ich mich doch selbst mal aus meinem letzten Post zitieren:

Hhm, kein Heiler in der Gruppe. Ich hoffe, das geht gut … Ich hatte beim Lesen der Regeln und der Abenteuer das Gefühl, dass es ohne Heiler schwer werden wird, hoffentlich überlebt die Gruppe das erste Dungeon.

Fakt ist, meine Gruppe hat das erste Dungeon nicht überlebt! Spaß gemacht hat es trotzdem, auch wenn das Ende vielleicht etwas unbefriedigend war. Was genau geschah:

Die Gruppe bestand aus einer elfischen Späherin, einem menschlichen Kämpfer und einer menschlichen Schwarzmagierin. Wie es die Basisregeln vorschlagen hatte ich jedem der Charaktere eine Motivation mit in die Hand gedrückt, warum sie die Reise nach Cendor antreten wollen – der Kämpfer sollte einen versiegelten Brief zustellen, die Schwarzmagierin hat Gerüchte über einen mächtigen Nekromanten gehört (der aus der „Feste des Unheils“) und die Späherin wurde von Gerüchten über Orküberfälle im Düsterwald getrieben (die in „Reise des Verrats“).

Die Gruppe hat sich zuerst „zufällig“ in Bremptens Gasthaus auf dem Weg nach Westheim getroffen – und obwohl es ja ein gängiges Klischee ist, Fantasy-Kampagnen in Tavernen beginnen zu lassen, war dies tatsächlich das erste Mal in meiner „Karriere“.🙂

Auf jeden Fall waren sie, aufgrund der bekannten Tatsachen, die einzigen Gäste und mussten ziemlich lange auf ihr Bier (Kämpfer) bzw. ihren Wein (Magierin – auch so ein Klischee, oder kennt jemand einen biertrinkenden Magier?) warten, bis der Wirt dann mit der Wahrheit herausrückte.
Also rotteten sich die drei Fremden zusammen und stöberten von Durst und/oder Hilfsbereitschaft getrieben ein paar Ratten im Keller auf. Die Ratten im ersten und die Riesenratten im zweiten Raum stellten für die Gruppe dann überhaupt keine Bedrohung dar, das Kampfsystem zeigte seine Stärken: es war einfach zu erklären, einfach anzuwenden und verdammt schnell – beide Kämpfe nahmen nur wenige Minuten in Anspruch …

Von der Neugier der Schwarzmagierin getrieben krochen unsere Abenteurer dann durch einen der Rattentunnel und kamen zuerst zur Monsterspinne. Dies war dann schon ein etwas härteres Unterfangen für unsere Gruppe, aber da ich den ersten Angriff mit dem Netz vergeigte und der Kämpfer seine Abwehr extrem gut würfelte hatte ich kaum eine Chance. Einen einzigen, dafür guten Treffer konnte ich landen und 10 Schadenspunkte verursachen, aber die Hälfte davon konnte der Kämpfer ja nach dem Kampf wieder heilen. Letztendlich hat die Magierin die Spinne mit einem gezielten Feuerstrahl zerlegt.

Danach arbeitete sich die Gruppe in die alten Ruinen vor und fand als erstes die eingestürzte Stelle mit dem verschütteten Paladin. Das Kurzschwert wurde gefunden, und da es anders als die Rüstung nicht verrostet sondern nur ein wenig angelaufen war, schlussfolgerte man, dass es entweder magisch oder geweiht sein müsste. Hier machte die Gruppe meiner Meinung nach ihren ersten Fehler – statt das Kurzschwert der Späherin zu geben, die nur mit einem Bogen ausgestattet war, nahm es der Kämpfer an sich, der eigentlich schon ein Langschwert besaß.

Die Gruppe ging den Gang hinunter und steuerte danach zielstrebig und ohne Umwege auf den Showdown zu. Der Kämpfer scherzte noch, dass sich hinter der auffälligen Doppeltür hinter dem Gang mit den Fresken bestimmt der Bossgegner verberge, ihm sollte das Lachen aber schon bald darauf im Halse stecken bleiben.

Man blickte vorsichtig durch das Rattenloch in der Tür und konnte am Rande des Fackelscheins Bewegungen von weiteren Riesenratten ausmachen. Also wurde die Tür aufgestoßen, der Kämpfer preschte mitten in den Raum auf die erste Riesenratte zu (meiner Meinung nach der zweite Fehler), verfehlte jedoch. Späherin und Magierin, letzte mit der Fackel ausgestattet, blieben erst einmal im einfacher zu verteidigenden Türrahmen stehen, da beide mit Fernkampfangriffen agierten. Das Licht der Fackel fiel auf insgesamt sechs Riesenratten und die Rattengottstatue, die sich plötzlich bewegte.
Der Golem schickte jedoch erst einmal seine Untergebenen ins Spiel – vier der Ratten scharten sich um den Kämpfer, die anderen beiden griffen die Damen in der Tür an. Zwei gute Angriffe später war der Kämpfer schon unter die Hälfte seiner Lebenspunkte gebracht, so dass er ein Heilkraut einwarf, das jedoch nichts brachte. In der Runde drauf gab es weitere drei gute Angriffe meinerseits, von denen zwei gar nicht und einer nur sehr mies abgewehrt wurde – und der Kämpfer lag tot am Boden. Also stürmten nun alle Riesenratten auf die Elfin (welche nur mit einem Bogen bewaffnet im Nahkampf recht schlechte Karten hatte, hier wäre jetzt das Kurzschwert hilfreich gewesen) und die Magierin, die sich mit ihren Feuerstrahlen noch ganz gut zu wehren wusste. Mit Todesverachtung wurden vier der angreifenden Ratten niedergemäht, allerdings unter schweren Verlusten – auch ihre Heilkräuter blieben wirkungslos. Letztendlich wurde auch die beiden Damen von den übrigen beiden Riesenratten zu Tode gebissen, und der Golem – der eigentlich schwierige Gegner dieses Kampfes – hat nur teilnahmslos zugucken brauchen …

Das war’s. Alle tot. Durch Riesenratten! Total Party Kill. Der zweite in meiner Karriere …🙂

Wir hatten aber einen riesigen Spaß, das System hat uns sehr gut gefallen und es spielt sich sehr gut. Es kürzt die Kämpfe ungemein ab (zumindest im Vergleich zu D&D, was ich sonst immer spiele) – obwohl sie In-Time von der Anzahl der Runden her länger waren, waren sie in Realzeit um einiges kürzer, als ich das gewohnt bin (bei D&D geht ja selten etwas unter 30 Minuten).

Die Spieler haben sich auch schon abgestimmt, dass sie zum nächsten Mal neue Charaktere bauen und auf jeden Fall das Dungeon zu Ende erkunden wollen.

Die neue Gruppenzusammensetzung: ein Kämpfer, eine Schwarzmagierin und eine Heilerin.

Aha.