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26. März 1892

Einen Tag nach den Ereignissen im Hyde Park entschloss ich mich dazu, in der Bibliothek des King’s Colleges nach der Bedeutung des mir unbekannten Begriffes „Biosphäre“ zu suchen. Leider war das einzige, was ich dabei herausfand, dass es aus den griechischen Begriffen für „Leben“ und „Kugel“ zusammengesetzt ist. Allerdings kam mir bei näherer Betrachtung der Worte „Bio“ und „Leben“ plötzlich mein ehrenwerter Kollege Professor Edward James Puddlewick in den Sinn, welcher an der Universität von Cambridge den Lehrstuhl für Biologie, Biochemie und chemische Biologie innehat.

Nach Feierabend zog es mich dann doch noch einmal an den Ort der gestrigen Ereignisse, und ich untersuchte die beiden Stellen im Hyde Park, an denen der Kampf stattgefunden und das Wesen die Mauer durchbrochen hatte, noch einmal genauer – leider ohne weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Also machte ich mich auf zu unserer neuen Loge im Lord British Gentlemen’s Club, nur um dort auf meine beiden Mitstreiterinnen, Schwester Scarlett und Miss Natascha, zu treffen. Zwar hatten die beiden auch noch einmal geforscht – Miss Natascha insbesondere im Umfeld der mittlerweile leider verstorbenen Zigeunerin – aber auch keine neuen Erkenntnisse beizutragen. Also beschloss ich, am kommenden Montag meinem Freund in Cambridge einen Besuch abzustatten, und meine beiden Damen beschlossen kurzerhand, mich zu begleiten.

Also schickte ich noch ein Telegramm nach Cambridge …

Werter Kollege Prof. Puddlewick +STOP+ Bin über spannende
Dinge gestolpert und brauche Ihre Expertise +STOP+
Ankomme Montag

… und besorgte drei Fahrkarten erster Klasse. Wir verabredeten uns für Montagmorgen in King’s Cross Station.

29. März 1892

Unser Zug fuhr pünktlich ab, jedoch verzögerte sich die Fahrt, und wir kamen mit Verspätung in Cambridge an. Zum Glück wartete die bestellte Droschke noch und brachte uns direkt zur naturwissenschaftlichen Fakultät. Es war eine Freude, meinen alten Kollegen Edward Puddlewick wiedersehen zu können.

Nach dem Sinn des Wortes „Biosphäre“ gefragt, hatte Edward auch gleich eine ganze Reihe von Erklärungsversuchen zur Hand. So könnte es neben der Übersetzung „Raum für Leben“ auch „Leben unter speziellen Umständen“ bedeuten, so zum Beispiel unter einer bestimmten Strahlung oder einem bestimmten Druck, oder „Leben im Leben“ als eine Art Symbiose. Wissenschaftlich gesehen natürlich alles interessante Schlussfolgerungen, aber hadere ich noch, wie uns diese Definitionen bei der Entschlüsselung der merkwürdigen Botschaft helfen könnten.

Natürlich wurde Edward ein wenig neugierig, in welche „interessanten Dinge“ ich denn gestolpert wäre – und während ich noch redlich bemüht war, die Geschehnisse des gestrigen Abends blumig und unverbindlich zu umschreiben, hat sich zuerst die gute Schwester Scarlett und dann auch noch Miss Natascha verplappert und dem guten Professor etwas von Monstern und Vampirjagden erzählt. Es fiel mir schwer, hier das Gesicht des Gentleman zu wahren – die Ripper waren doch meines Wissens eine Geheimgesellschaft, da sollte man doch nicht jedem Außenstehenden gleich etwas davon erzählen, dass Monster das viktorianische England heimsuchen …!

Wie dem auch sei versuchte ich, die Situation galant zu retten, indem ich Edward auf seine Fragen antwortete, aber meine Worte mit Bedacht wählte, um nicht zu viel zu verraten. Er schien sich damit zufrieden zu geben, wechselte sogar seinerseits das Thema, um über die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zu plaudern. Er erzählte mir von einem Physiker im heimatlichen London namens George Edward Challenger, welcher ein merkwürdiges Gerät erfunden haben soll, mit welchem man Sonnenlicht speichern und es unter der Erde freisetzen könne. Während Edward und ich noch über die wissenschaftliche Nutzbarkeit dieser „Lampe“ diskutierten (Photosynthese unter der Erde!) griff Miss Natascha diese Thema wieder auf, um zu fragen, ob man dieses Gerät auch im Kampf gegen Vampire einsetzen könnte – welche der gute Professor glücklicherweise sofort ins Reich der Märchen abtat. Es blieb mir nichts anderes übrig, als schnell das Thema zu wechseln und mich mit meinem Freund zu einem Abendessen zu verabreden – unter vier Augen versteht sich – um nicht noch mehr seiner kostbaren Zeit in Anspruch zu nehmen.

Wäre ich doch lieber ohne die beiden Damen gefahren, es hätte meine Nerven geschont!

Der zweite Abend ging ohne spannende Abenteuer und ohne großen Kampf zu Ende, allerdings bot er gute Möglichkeiten, Rollenspiel zu betreiben und mal in Ruhe in die Charaktere reinzukommen – ich, als bisher Eigentlich-Nur-Fantasy-Spieler musste doch feststellen, dass es für mich wesentlich einfacher ist, mich zum Beispiel in einen Magier oder zwergischen Kämpfer hineinzuversetzen, als in einen englischen Gentleman. Obwohl letzterer ja eigentlich viel „näher“ liegen sollte … Auch unser Spielleiter benötigt augenscheinlich ein wenig Einfindungszeit in die Art und Weise, wie Savage Worlds mit seinen Plot-Point-Kampagnen, Savage Tales und Abenteuergeneratoren funktioniert – da ist er als versierter DSA-Spielleiter (Zitat) „anderes gewohnt“. So tat ein eher ruhiger Spielabend wohl beiden Seiten gut …

Attribute: Geschick W6, Konstitution W4, Stärke W4, Verstand W8, Willenskraft W8

Fertigkeiten: Kämpfen W6, Mumm W4, Nachforschung W6, Schießen W4 W6, Überreden W4, Umhören W6, Wahrnehmung W6, Wissen (Chemie) W6, Wissen (Rippertech) W6 W8

Handicaps: Kränklich, Lahm, Feind (leicht)

Talente: Salonlöwe, Arkaner Cheniker, Reich

Sprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch, Latein