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Mein Name ist Dr. Godfrey Phillip Irving Canterbury. In meiner Hand halte ich ein Empfehlungsschreiben eines namhaften Rippertechnologen aus dem italienischen Bologna, der lieber ungenannt werden möchte, an eine Loge im heimatlichen London. Dieses Schreiben – und die Erkenntnisse, die ich im letzten Jahr gesammelt habe – werden höchstwahrscheinlich mein Leben komplett umkrempeln. Ein guter Zeitpunkt, ein Tagebuch zu beginnen und mein bisheriges Leben kurz zu rekapitulieren.

Ich wurde am 12. August 1850 in London geboren, als zweiter Sohn des angesehenen Chemieprofessors Dr. Phillip Thomas Canterbury – mein Vater war Mitglied der Royal Society, also der königlichen Akademie der Wissenschaften – und der Schriftstellerin Margaretha Canterbury, Tochter eines Bankdirektors und einer gebürtigen Italienerin. Ich habe einen drei Jahre älteren Bruder Phillip Thomas jr., aufgewachsen bin ich im gutsituierten Londoner Stadtteil Mayfair in der Nähe des Hydeparks.

Nach Ende meiner Schulzeit 1868 leistete ich für ein Jahr Dienst in der königlichen Armee und lernt dort (mehr schlecht als recht) Kämpfen und Schießen. So richtig gefiel mir diese Zeit nicht, aber der Dienst an Krone und Vaterland war Ehrensache in unserer Familie. Nach der Zeit in der Armee stieg ich in die Fußstapfen meines Vaters und begann das Studium der Chemie am King’s College in London.

Nach Abschluss des Studiums 1874 wurde ich von seinem Vater in die Londoner Gesellschaft eingeführt und knüpft erste Kontakte. Mein Vater gab mir die Möglichkeit, auf seine Kosten ein halbes Jahr Freiheit zu genießen und mir gefielen die Partys und gesellschaftlichen Empfänge immer besser. Auf einem Kongress knüpfte ich Kontakt zu einem deutschen Professor, und so forschte und lehrte ich kurze Zeit später an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin im fernen Preußen. Dort experimentiert ich mit giftigen Substanzen und erkrankte schwer.

Schon 1879 musste ich aus gesundheitlichen Gründen nach London zurückkehren, konnte aber krankheitsbedingt über zwei Jahre nicht arbeiten. In den Zeiten, in denen es mir zwischendurch ein wenig besser ging, nahm mich mein Vater weiterhin auf Kongresse, Bälle oder in den Gentlemen’s Club am Grosvenor Square mit.

Soweit gesundet, dass ich meine Forschungs‑ und Lehrtätigkeit wieder aufnehmen konnte, kehrte ich ans King’s College zurück. Dort machte ich 1885 meinen Doktor in Chemie.

1887 ereilt und dann ein herber Schicksalsschlag, als mein Vater unerwartet an einem Herzanfall stirbt. Die nächste (böse) Überraschung folgte dann bei der Testamentsvollstreckung auf den Fuß: mein Vater vermachte mir sein komplettes Vermögen inklusive der Wohnung in Mayfair, während mein älterer Bruder leer ausging, da er (Zitat): „nicht nach dem Schlag des Vater geraten war“, sondern sein Geld durch eher zweifelhafte Geschäfte verdiente. Sein Bruder startete eine Hetzkampagne gegen mich und bezeichnete mich als Erbschleicher!

Im April 1888 dann der nächste Schicksalsschlag: es kam im Labor der Universität zu einem verhängnisvollen Unfall, bei dem sich ein Schwall ätzende Säure über mein rechtes Bein ergoss. Ich verbringe abermals ein halbes Jahr im Krankenhaus. Ich vermutet zwar stark, dass der Unfall ein Sabotageakt meines Bruders war, konnte ihm dies jedoch bisher nicht beweisen.

Durch die Sticheleien meines Bruders entnervt und durch den Unfall frustriert, suchte ich das Heil in der Flucht und nahm einen Forschungsauftrag an der Universität von Bologna an, der Heimatstadt meiner Großmutter. Hier komme ich das erste Mal mit dem Mysterium der „Ripper“ in Kontakt, als ich spät nachts einen meiner Kollegen (dessen Name ich aus Gründen der Geheimhaltung hier verschweige) dabei überrasche, wie dieser einen Werwolf seziert, um daraus einen Schnelligkeitstrank zu destillieren. Ich werde in die Geheimnisse der Rippertech eingewiesen und kann diese neuen Erkenntnisse schnell mit meinen Studien der Chemie kombinieren.

So kehrte ich 1891 nach London zurück, mit dem oben genannten Empfehlungsschreiben in der Hand. Ich bin gespannt, was mich nun erwartet …

So, das ist also mein Charakter für unsere Rippers-Kampagne, die nach Ostern beginnt. Ich bin auch schon sehr gespannt, was mich da so erwartet und was „Dr. Irving“ so alles erleben wird …

Attribute: Geschick W6, Konstitution W4, Stärke W4, Verstand W8, Willenskraft W8

Fertigkeiten: Kämpfen W6, Mumm W4, Nachforschung W6, Schießen W4, Überreden W4, Umhören W6, Wahrnehmung W6, Wissen (Chemie) W6, Wissen (Rippertech) W6

Handicaps: Kränklich, Lahm, Feind (leicht)

Talente: Salonlöwe, Arkaner Cheniker, Reich

Sprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch, Latein